14. Oktober 2016 um 12:00 Uhr

Mal wieder antizyklisch

Beziehungen kommen und gehen, Freunde bleiben ein Leben langantizykler

Das sagt zumindest die Binsenweisheit und wie viele andere habe auch ich sie stets iteriert. Doch wie bei so vielem in meinem Leben entspreche ich auch hier nicht dem Standard.

Vor mehr als 8 Jahren habe ich Daniel kennengelernt, vor bald drei Jahren haben wir geheiratet. Er war mein erster Freund; meine erste romantische Beziehung überhaupt. Und wir halten uns trotz immer neuen Herausforderungen unglaublich gut. Ich weiss, sowas auszusprechen ist immer sehr gefährlich und ein Aufruf an das Karma es zu zerschlagen. Aber wir können ja – ebenso fiktiv – auf Holz klopfen. Auf unsere Leistung als Paar war ich immer sehr stolz, eben genau weil ich dachte, eine Beziehung, eine Ehe hätte generell die Tendenz zu scheitern. Und ein bisschen habe ich mich sogar etwas besser als andere Paare gefühlt.

Stellt sich heraus, das war total unberechtigt. Denn obwohl ich es anscheinend schaffe, eine Ehe aufrecht zu erhalten, gelingt mir dasselbe offensichtlich mit Freundschaften nicht. Vor Daniel gingen schon Freundschaften aus verschiedensten Gründen auseinander. Vieles Davon hatte mit ganz normaler, langsamer Entwicklung in verschiedene Richtungen zu tun. Einige dieser Freundschaften entwickelten sich sogar wieder. Es gab aber auch ganz schlimme Streits, sodass inzwischen drei extrem nahe Freundschaften wahrscheinlich unreparierbar zu Bruch gingen.

Das ist genau das Gegenteil von dem, was mir die Bauernregel versprach und es löst bei mir das uralte Gefühl vom Falsch sein aus. Zum Glück kann ich mit nun Dreissig besser damit umgehen als noch vor zehn Jahren. Das Anderssein macht mich auch nicht mehr traurig, meistens finde ich es ja sogar gut. Diese Dinge sind aber einfach ermüdend und ich möchte das Universum oder Gott fragen, warum ich mich nicht einfach mit der Sinuskurve aller anderen Mitbewegen kann. Leider wird das Universum nicht antworten und Gott existiert ja – ausser als Konzept ¬¬ – höchstwahrscheinlich nicht mal.

Klar braucht es für alle Beziehungen immer mindestens zwei. Dass unsere Ehe funktioniert liegt genauso stark an Daniel wie an mir. Dass meine Freundschaften entschwinden, liegt auch nicht nur an mir. Bei den drei grossen Streits bin ich sogar überzeugt, dass ich alles versucht habe, um diesen Personen zu genügen. Dennoch ist es auffällig, dass bei mir so viele enge Freundschaften zu Bruch gehen.

Ich habe nicht Angst davor, alleine zu sterben, aber einfach nicht zusammen mit den Menschen die mir jetzt alle so nah sind.

Aber jetzt ist fertig mit dem Deproshit und ab ins Weekend.

Lg,
Pfosinus

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