20. April 2016 um 12:00 Uhr, 5 Kommentare

Meine Angst, langsam kaputt zu gehen

Das Ende der Regenerationsfähigkeit?kaputtgehen

Die letzte Woche war unheimlich. Das Alter kommt und mit ihm kriechen immer mehr Gebrechen heran. Irgendwer sagte mir mal, dass ich mich nicht sorgen müsse: Alles was einem vor 30 passiert, kann man noch bekämpfen. Mein wirrer Kopf hat daraus natürlich «ab 30 ist alles verloren» gemacht und nun befürchte ich nach jeder Kleinigkeit die ersten Altersflecken oder schlimme irreversible Schäden. Am Freitag ist mir ein kleiner schwarzer Punkt in meinem Sichtfeld aufgefallen. Wahrscheinlich war der schon ewig da oder eine Verunreinigung der Linse, aber jetzt dachte ich plötzlich: Verdammt, ich werde diesen Punkt den Rest meines Lebens ertragen müssen! Natürlich fiel er mir schon wenige Stunden später gar nicht mehr auf. Nicht nur bei jedem Pickel oder Fleck habe ich das Gefühl, ab jetzt würde alles für immer Spuren hinterlassen. Auch jedes Haar fühlt sich unwiderruflich verloren an, sobald es mal weiss ist. Nun, rein technisch gesehen ist das ja auch so. Aber wie immer dramatisiere ich alles! Irgendwie habe ich Angst, den Zenith bereits überschritten zu haben. Und wenn es so ist, habe ich das Gefühl, den Zenith gar nicht wirklich genossen zu haben. Argh!

Ich glaube ganz fest daran, dass Angst in jedem Fall der falscheste aller Wege ist. Und gerade deshalb nervt mich mein eigenes Verhalten um so mehr. Liebend gerne würde ich es abschalten, aber ich weiss nicht wie. Ich möchte mir einreden, dass man eh nichts dagegen machen kann, wie es kommt. Und auf eine gewisse Weise funktioniert (und hilft) das sogar. Gleichzeitig möchte ich aber auch auf jeden Fall verhindern, in diesen passiven und langweiligen «ich kann eh nichts machen»-Modus vieler Menschen zu verfallen.

Klar können jetzt dutzende vortreten und Dinge wie «schau ich bin 80 und noch topfit!» sagen. Wirklich was bringen tut mir das aber nicht. Was sagt das Schicksal des einen schon über das von anderen aus. Auch Gesundheitstips bringen wohl wenig. Was zu tun wäre wüsste ich ja, ich kann einfach nicht aufhören, es nicht zu tun.

Gleichzeitig ist also alles ebenso hoffnungslos wie hoffnungsvoll. Und aus genau dem Grund sollte man wohl auch keinen einzigen Gedanken – geschweige denn einen ganzen Blogeintrag – dazu verschwenden. Tja. Zu spät! 🙂

Cheers,
Pfoffie

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