3. Februar 2015 um 15:18 Uhr, 6 Kommentare

Warum sind Menschen so?

Das meine ich ziemlich generell und schliesse mich selbst auch mit ein. Menschen sind böse, sind seltsam, sind schwierig. Aber sie sind auch herzlich, lieb freundlich und hilfsbereit. Manche sind immer eines von beidem, andere wechseln ab. Ich verstehe das Verhalten nicht und es macht mir angst.

Ich kenne einige ziemlich aggressive Menschen mit ziemlich klaren Einstellungen und direkten Meinungen. Wenn diese Meinungen kund gegeben werden, erschrecke ich mich ab und zu ab deren Harschheit. Ich fühle mich dann schlecht, selbst wenn der Angriff nicht gegen mich gerichtet war. Einige nennen das Empathie, andere sensibel. Ich weiss nicht, was es ist, frage mich dann aber meistens: Warum ist man so? Warum ist man so laut und fast bösartig, wütend und aggressiv? In diesen Momenten werfe ich dann um mich mit Theorien und Verwürfen und sage «das sei doch nicht nötig» und man «soll sich doch mal zusammenreissen», denn man könne ja auch «überlegen, bevor man etwas sagt».

Umgekehrt (und jetzt kommt der Teil, der mir angst macht) kann ich selbst auch extrem jähzornig sein. Wenn mir etwas nicht passt, wenn ich mich unfair behandelt fühle oder wenn mich irgendwelche DFs einfach unaufhörlich zur Weissglut treiben, kann ich schon mal ausrasten. Und zwar so richtig. Da könnt ihr alle in meinem Umfeld fragen. Es braucht lange, bis es passiert und zum Glück beruhige ich mich auch unglaublich schnell wieder. Dennoch ist es seltsam. All dieses «ist doch nicht nötig», «zusammenreissen» und «überlegen» fällt in diesen Fällen auch komplett aus. Ich habe von mir selbst aber eigentlich die Meinung, eine Person zu sein, die sich Gedanken über die Dinge macht, die man sagt. Ich versuche kaum etwas «einfach so» vor mich her zu sagen. Und trotzdem passiert es ohne dass ich etwas dagegen tun kann.

Bei gewissen Leuten habe ich das Gefühl, diese Feindseligkeit sei eine Grundeinstellung. Womöglich begegnen die aber auch nur mir so, womöglich löse genau nur ich genau dies bei Ihnen aus. Wenn es aber nicht so ist, wenn sie wirklich immer so sind, wer oder was gibt mir die Sicherheit, dass ich nicht auch so werde irgendwann. Das ist beängstigend, fürchte ich doch (fast) nichts mehr, als irgendwann ein «böser alter Kauz» zu werden. Ich will doch ein «lieber alter Kauz» sein. 😀 Auf der anderen Seite, weiss ich aber auch wieder nicht, was ich schlimmer finde: Selber ein ewig Verbitterter zu werden oder bei jemand anderem der Auslöser des Hasses zu sein.

Obwohl doch, ich weiss es. Ersteres ist schlimmer. Menschen die mich nicht mögen, kann ich wenigstens ausweichen.

Cheers. Pfoffie
der im Moment noch das Gefühl hat, ein lieber zu sein.

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