2. Juni 2015 um 11:42 Uhr

Ich bin kein Nerd.

Quasi als Folgeartikel zum gestrigen Thema hier eine Erklärung, warum ich eigentlich kein Nerd bin. Um das vorab zu klären: Nur für «normale» Menschen erscheine ich als Nerd. Für jegliche Nerds bin ich ein langweiliger Normalo. Gut, vielleicht nicht normal, aber ihr wisst bestimmt, was ich in diesem Zusammenhang mit dem Wort meine.

Fassen wir mal zusammen, was mich für gewisse Menschen wie ein Nerd erscheinen lässt: Ich interessiere mich für sehr viele verschiedene Dinge. Meist Nischenwissen und oft Wissenschaftliches oder Technologisches. Durch mein grosses Repertoire an sinnlosem Allgemeinwissen erscheine ich oft gescheit. Und ich trug einst eine Brille, die gleichermassen mit Hipstertum und Nerdismus in Verbindung gebracht wird.

nonerd

Dass ich mich für vieles interessiere und es für mich auch eine tolle Freizeitbeschäftigung ist, «Universumsachen» (wie mein Mann solche TV-Sendungen nennt) zu schauen, ist wahr. Auch kann ich wahrscheinlich wirklich mit mehr unnützem Wissen aufwarten als der Durchschnittsmensch. Einfach, weil mich solche kaum bekannten Dinge halt interessieren (Wie zum Beispiel, dass Keuschheitsgürtel nicht nur gegen Sex sondern eher gegen Masturbation waren). Sobald man aber genauer hinschaut, sieht man das Problem sogleich: Es ist alles sehr zusammenhangslos und kaum tiefgründig. Die meisten wahren Nerds, die ich kenne, sind sehr spezialisiert auf ein einziges Thema.

Büchernerds, Programmiernerds, keine Ahnung was für Nerds es noch so gibt. TV-Nerds? Es muss für jeden eine Schublade geben!!

 

Warum das ein Folgeartikel zu gestern ist? Na, weil ich langsam bin. Büchernerds lesen 7 Bücher an einem Wochenende. Ich lese so höchstens ein Buch im Monat. Allerhöchstens! Seit Januar oder so bin ich an Frank Schätzings «Der Schwarm» dran und habe gerade mal einen Viertel geschafft. Nicht, weil ich nicht gern lesen würde. Aber irgendwie fehlt mir einfach die Zeit. Muss ich doch Netflix schauen, Blog schreiben, Japanisch lernen, Fahrrad fahren. Aber selbst wenn ich all das nicht hätte, könnte ich nicht ein Buch an einem Abend lesen. Nicht, weil ich es nicht wollen würde. Nein, ich kann es einfach nicht. Ich lese soooo langsam und muss dann auch immer wieder zurückblättern oder mir das alles noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Ich frage mich, wie andere Menschen das schaffen können und bin total beeindruckt.

Dasselbe gilt übrigens fürs Programmieren. Für mein Standardgspändli bin ich «wow so ein krasser Programmierer». Trotzdem überfordert es mich ja schon, eine simple Android-App zu programmieren.

Und es gilt eben auch für’s Serien-Schauen.

Ihr seht also: Ich bin ein total langweiliger 08/15-Rebell der einfach gut so tun kann, als wär er ein Nerd. Unnütze Eigenschaft #8472.

Frohen Dienstag,
Pfoffie

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