3. April 2017 um 12:00 Uhr

Ich bin mein Psychialog

Es gibt nur eine Person, die mir helfen kann und bei der ich mich ausheule.

Diese Person bin ich selber. Ich war noch nie jemand, der anderen gross mit seinen Problemen in den Ohren liegt. Die Sache ist eher anders rum und das finde ich auch gut so. Anderen zuzuhören, ihnen meine Gedanken zum Thema darzulegen und womöglich sogar helfen zu können, liegt mir mehr als mich selber zu öffnen. In jüngerer Zeit gelingt es mir zwar immer besser, mich jemandem mit meiner immer wiederkehrenden Melancholie anzuvertrauen. Wirklich helfen kann man mir aber eigentlich nicht. Meistens reagiert man nämlich nicht so, wie ich das Gefühl habe, es zu brauchen. Die einen werden dann bemutternd, die anderen verstehen mein Problem nicht und die Dritten geben mir Tipps, die sich für mich wiederum falsch anhören. Das soll kein Vorwurf sein; eher eine realistische Selbsteinschätzung darüber, was für ein komplizierter Eigengeist ich bin.

Und so komme ich immer wieder darauf zurück, dass ich mich selber behandeln muss. Wie ein Psychologe oder -iater (ihr könnt mir gerne zum tausendsten Mal den Unterschied erklärten, ich werde ihn mir wieder nicht merken können). Und über die Dinge zu schreiben, die mich bedrücken, hat mir dabei immer am besten geholfen. Doch das kann ich nun nicht mehr.

Es gibt so vieles, das mich belastet, bedrückt oder traurig macht. Nichts davon ist wirklich weltbewegend, aber alles zusammen übermannt mich alle paar Wochen mal wieder. Und es wird nicht verarbeitet. Früher hätte ich darüber gebloggt. Aber jetzt traue ich mich nicht mehr, weil ich «zu viele» Leser habe. Meine Freunde, Arbeitskollegen und meine Mutter lesen diesen Blog. Überall total liebe Menschen die mich so gerne unterstützen würden, deren Hilfe ich aber nicht annehmen würde.

Ich traue mich kaum, das hier zu posten. Aus Angst, darauf angesprochen zu werden. Aber leider habe ich keine bessere Idee, worüber ich heute schreiben könnte. Gut ich hätte Filmreviews über Ghost in the Shell oder die Power Rangers schreiben können. Aber irgendwie war mir lieber nach traurig sein. 🙂

Eigentlich geht’s mir ja gut. Und nur schon das schreiben dieses Posts hat mir irgendwie geholfen; obwohl er kein einziges der wahren Probleme behandelt hat. Lustigerweise sind mir aber während dem Schreiben Ideen gekommen, wie ich über diese Dinge schreiben könnte, ohne über sie zu bloggen. #JohannesOffenbarung

Nun kann ich beruhigt schlafen gehen (ja, diesen Artikel habe ich gestern Abend um 23:00 geschrieben). Ein weiterer Sieg für den Autopsychologen (hab’s gegoogelt und bin kein Arzt, ergo kein -iater).

Cheers und ich liebe euch trotzdem und danke, dass ihr mich unterstützt.

Pfoffie

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