15. Februar 2016 um 12:19 Uhr

Ich liebe eß

Die meisten Leute, allen voran Schweizer, finden das Eszett doof. Ich liebe es, ausser in meinem Nachnamen.

eszett

Das Scharf- oder Doppel-S, von mir vornehmlich dem graphischen Aussehen entsprechend Eszett genannt, ist ein deutscher Buchstabe und steht mehr oder weniger für «SS». Für viele stellt sich deshalb die Frage, warum man überhaupt einen solchen Buchstaben braucht, wenn man einfach «SS». Es tsi aebr iwe ni deisem Staz: wnen nam ide Scpahre knnet ist edi Riheenoglfe dre Bstubcaehn nhcit os wthciig. Wir wissen, wie man «Masse» ausspricht, deshalb brauchen wir kein ß.

Aber tun wir das auch wirklich? Viele sagen mir, das Eszett sei ja nicht Bedeutungsverändernd und deshalb unnütz. Das ist aber so nicht ganz richtig. Das Beispiel «Masse» war nicht zufällig gewählt. Welche Art von «Masse» meine ich denn damit? Eine große Masse von Dingen oder die Maße eines Gegenstands?

Aber selbst wenn das Maß das einzige Auftreten dieses Problems und damit vernachlässigbar wäre, gäbe es immer noch die Sache mit der Aussprache. Wie gesagt, für uns Muttersprachler ist klar, wie man «Die grosse Masse» ausspricht. Aber wie erklärt man, warum bei «gross» das O länger ausgesprochen wird? Man hat schon früh erkannt, dass dies eine andere Schreibweise benötigt und deshalb nicht «ss» sondern «sz» geschrieben. Daraus ist schliesslich auch der Buchstabe ß entstanden. Das könnt ihr gern auf Wikipedia nachlesen 🙂

Man fragt mich dann, warum wir dann nicht einfach wieder «sz» schreiben als diesen «blöden anderen Buchstaben» zu benutzen. Darauf kann ich aber nur Antworten, dass wir das dann mit den Umlauten auch tun muessten. Ich persönlich hätte das Problem auch anders gelöst und würde auf Pfeutsch «Māsse» aber ich bin auch irgendwie verliebt in das Makron. Aber das Eszett ist halt das, was wir haben und damit müssen wir eben arbeiten.

Beziehungsweise wir Schweizer müssen das natürlich nicht, weil wir das irgendwie abgeschafft haben. Wie wir das genau gemacht haben und wo das genau niedergeschrieben steht, ist mir zwar nicht bekannt. Trotzdem werde ich natürlich das Eszett nicht in meinen Schreibwortschatz aufnehmen können 🙁

Noch was zum Schluss: Mein Nachname ist Jossen, nicht Jōssen und somit auch nicht Joßen. Warum es Menschen gibt, die das denken, entzieht sich meinem Verständnis. Wenn man bei meinem Vornamen das Accent falsch oder gar nicht schreibt, ist mir das egal. Die französischen Accent-Regeln sind für Nichtsprecher auch schwierig, wenn auch logisch. Ausser das Zirkumflex. Niemand mag dich, Zîrkûmflêx, geh nach Hausé!

Cheers, Pfoffie

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