21. April 2015 um 12:24 Uhr, 1 Kommentar

Ich gestikuliere bei jeder #Sprana

Ja, ich liebe Spranas und benutze sie auch ziemlich exzessiv. Nicht alle meine Freunde freut das, aber die Zahl der Menschen, die es auch tun, wird immer grösser.

SpraNas sind Sprachnachrichten. Ursprünglich wahrscheinlcih von jemand anderem erfunden, hat WhatsApp sie populär gemacht. Am Anfang war die Funktion zwar noch gut versteckt, jetzt gibt es aber einen super Knopf um es direkt aufzunehmen und zu schicken. Inzwischen gibt es Spranas auch bei Apples iMessage, Facebook Messenger und diversen anderen IM-Diensten. Warum? Weil sie super sind!

sprana

Der unerfahrene Sprachnachrichtler fragt sich natürlich, warum sie denn so toll sein sollen. Ich konnte das am Anfang nämlich auch gar nicht glauben. Hielt es für einen grossen Säich. Aber von meiner lieben Arbeitskollegin Mélanie quasi gezwungen stellte ich plötzlich viele Vorteile fest. Einer der Gründe für den Erfolg von SMS war damals, dass man mit wenig Aufwand eine kurze Nachricht schicken konnte, wann immer man grad Zeit hatte. Der Empfänger konnte diese genauso «wann immer» lesen und beantworten. Das war perfekt für Verspätungsmeldungen oder andere kurzfristige Informationen. Halt alles, wofür ein Anruf oder eine E-Mail zu umständlich war. Ein grosser Nachteil von Textnachrichten ist aber, dass sie keine Emotionen senden können. Emoticons versuchen dies zu umgehen, aber ein lachendes Zwinkersmiley kann auch ganz ganz böse gemeint sein. Bei Spranas kann man Emotionen fast so weitergeben wie in normalen Gesprächen. Das ist mal der erste Vorteil.

Ein weiterer ist die Geschwindigkeit. Spranas sind so schnell aufgezeichnet und versandt. Da kann auch die schnellste vorhersagende Tastatur nicht mithalten. Sie sind auch schnell abspielbar – wenn man nicht gerade mit einer Person spricht, die verwirrt ist, viele Pausen und äähmm und hmmm und alsoooo und … macht. Also viel Spass, wenn ihr eine von mir erhaltet.

Es gibt noch einen wichtigen Grund: Spranas kann man ohne Stolpergefahr während dem Gehen aufzeichnen und verschicken und natürlich auch anhören.

Mir ist klar, dass all diese Vorteile (ausser dem Teil mit den Emotionen) einfach ein weiterer Auswuchs der modernen Faulheit und dem generellen gestresst Sein ist. Dennoch begrüsse ich jede Technologie, die dem entgegenkommt und es uns einfacher macht. Wir sind einfach so und die Zeit wird immer schneller vergehen und wir werden immer mehr gleichzeitig tun müssen. Dagegen kann man nichts machen, ausser sich assimilieren zu lassen.

Es gibt natürlich auch SpraNachteile: Zum Beispiel die oft immer länger werdenden Nachrichten, die immer mehr und mehr Themen einschliessen. Oft verliert man den Überblick und kann gar nicht mehr auf alles richtig eingehen. Noch schlimmer ist es, wenn man nicht sofort auf eine Sprana antwortet. Man kann sie nämlich später nicht einfach schnell querlesen um sich zu erinnern.

Zum Schluss noch ein paar lustige Verhaltensformen, die ich bei Spranas angenommen (oder zu verlernen vergessen) habe. Zum Beispiel gestikuliere ich beim Aufnehmen sehr oft so, als würde mein Gegenüber mich sehen. Ich frage mich, ob ich das auch mache, wenn ich telefoniere. Bei den Spranas fällt es mir halt auf. Auch oft stelle ich eine Frage und warte dann kurz, als ob ich eine sofortige Antwort erhalten könnte. Beides sind wohl Anzeichen dafür, wie gut sich die Spranas schon in meine «natürliche» Kommunikation eingegliedert haben. Umgekehrt, nicke ich oft zustimmend oder schüttle den Kopf, während ich Spranas von anderen anhöre. Manchmal lache ich auch laut über Witze oder spreche laut eine Antwort auf eine Frage aus.

Interessant ist übrigens die Angst der Leute, an öffentlichen Orten eine Sprachnachricht aufzuzeichnen. Es fühlt sich falsch an, obwohl es genau gleich aussieht, wie wenn man telefoniert.

Also: Probiert Spranas aus – und wenn ihr niemanden damit zu terrorisieren traut, schickt einfach mir eine nach Japan.

Cheerio Pfoffie

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