9. April 2015 um 13:13 Uhr

Wie war das wohl für die Älteren damals?

Während dem Schreiben des gestrigen Beitrags, ist mir noch etwas in den Sinn gekommen: Marijas Nichte. 

Ich habe von ihr schon mal berichtet und euch erzählt, wie ich mit ihr gespielt habe. Sie kennt mich wirklich gut und fragt anscheinend auch oft nach mir. Das ist ja kein Wunder: Wenn ich mich mit dieser Familie treffe, unterhalte ich mich kaum mit den Eltern oder Marija – sondern spiele einfach mit den Kindern. Was sehr nervenaufreibend sein kann: Stundenlang Verstecken oder Fangen oder irgendwelche Spiele mit Mäusen und Katzen, die ich auch nach «Stunden» nicht verstanden habe. Es ist also keine grosse Überraschung, dass ich einen bleibenden Eindruck hinterlassen habe. Aber es gibt da auch noch den Sohn meiner Cousine. Den habe ich ein einziges Mal in meinem Leben gesehen und wir haben ein wenig mit Zahnrädern und Murmeln gespielt. Dann ist er hingefallen und hat geweint. Laut meiner Mutter fragt dieser Junge noch immer nach mir – obwohl das Jahre her ist.

Das wirft in mir die Frage auf, wie ich wohl als Kind für Endzwanziger war. Ich kann mich nicht mehr erinnern, aber ich war bestimmt total nervig. Oder unglaublich schüchtern und leise, was bestimmt auch sehr unangenehm auf seine eigene Art gewesen wäre. Ich war ja eigentlich nie ein «spiel mit mir»-Kind, sondern eher ein «erzähl mir was»-Kind. Meine Cousins waren etwa 10 Jahre älter als ich. Das reicht wohl nicht ganz und Kontakt habe ich mit denen eh keinen. Meine Schwester ist 15 Jahre älter. Ich sollte sie mal fragen.

Während ich sie anrufe und ihr auf die Antwort wartet, versuche ich mal zu erklären, wie es für mich ist. Ich habe stets das Gefühl, etwas falsch zu machen. Habe immer angst, ich könnte irgendein Trauma auslösen. Hoffe, dass sie mich wohl genauso toll finden, wie ich meine Cousins und meine Schwester toll fand. Für mich waren all diese anderen Menschen – jünger als meine Eltern aber älter als mein Bruder – beeindruckend. Und jetzt frage ich mich plötzlich, ob die überhaupt irgendwas spezielles gemacht haben. Denn ich mache nichts Spezielles – haha.

renekind

Ich kann mich gut erinnern, dass wir meine Schwester an Samstagmorgen zu Kaffee und Croissant getroffen haben. Noch immer ruft in mir der Geschmack von Zigaretten+Kaffee+Croissants eine Lust nach heissem Kakao hervor. Gleichzeitig erinnern mich frische Croissants immer auch ein bisschen an Zigaretten. Ich fand das so toll und stellte mir vor, was meine Schwester für ein tolles Leben führen muss: Immer kann sie Croissants essen. Gleichzeitig kann ich mich an kein einziges Wort erinnern, das wir ausgetauscht hätten. Umgekehrt weiss ich von meinen Cousins aber noch, dass einer von beiden eine Schildkröte hatte. Ich konnte mir nicht merken welcher, aber ich konnte mir ihre Namen eh nicht merken. Ich fragte sie noch nach der Schildkröte aus, als sie schon Jahre keine mehr hatten. Was werden mich wohl die jetzigen Kinder in ein paar Jahren fragen, woran ich mich nicht mal mehr erinnern werde (da ich ja verblöde haha).

Das Gespräch mit meiner Schwester war sehr aufschlussreich und inspirierend. Mit mir musste sie zum Glück nie spielen. Später aber hatte sie mit anderen Kindern zu tun und ihre Erzählungen darüber, zeigten mir, dass es ihr genau gleich ging, wie s jetzt mir geht. Es begann mit der Annahme, dass man die Kinder ununterbrochen unterhalten – bespassen, was für ein super Wort – muss. Es ging über «wie gehe ich mit ihnen um?» bis zu «man muss sie behandeln, wie normale Menschen». Und mit der grossen Erkenntnis, dass wir viel zu weit denken und Kinder uns wieder daran erinnern, einfacher zu denken. Oh und die Quintessenz war, dass Kinder wie Hunde sind (haha, das war aber wohl ein Witz). Ich extrapoliere daraus mal, dass sich gewisse Dinge doch wiederholen. In diesem Fall, finde ich das aber in Ordnung. Denn solche Gedanken zu machen, halte ich für sehr gut und es bestärkt mich, das auch von anderen zu hören.

Meine Güte, meine Güte! Diese Woche hatte ich ja wieder schwere und langatmige Themen. Bitte entschuldigt die langen, wirklich langen Ausführungen. Die ich übrigens auch als ganz harzig empfand. Aus diversen Gründen: Zum Schreiben, zum Lesen und sogar zum Posten. Ich verspreche euch Morgen und die nächsten zwei Wochen wird es leichter werden.

Cheerio,
Pfoffie

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