16. März 2015 um 12:15 Uhr, 3 Kommentare

Wie Anna Atkins ein Fotobuch machte und es keinen interessierte

Heute sprang mir auf Google mal wieder ein Doodle entgegen. Ich habe ja schon Mal über einen solchen geschrieben, weil er mich interessiert hatte. Als ich diese Blätter auf blauem Grund heute sah, dachte ich zuerst, es sei Frühlingsanfang und ich hätte ihn verpasst. Aber es war etwas ganz anderes: Anna Atkins!

anna-atkins-216th-birthday-5710044637167616.3-hp

Von dieser Person hatte ich vorher noch nie etwas gehört. Zum Glück klärte mich Google aber natürlich gleich auf: Anna Atkins wurde am 16. März 1799 geboren. Viel ist über ihr Leben eigentlich nicht bekannt. Sie war eine Botanikerin und auch Illustratorin. Laut Wikipedia veröffentlichte sie das erste Buch, das ausschließlich mit Hilfe eines fotografischen Verfahrens illustriert worden war. Also das allererste Fotobuch, sozusagen.

Das machte sie doch bestimmt total berühmt? So eine unglaublich tolle Idee… Sie machte diese Fotos eines Cyanotypie genannten Verfahrens. Ausser einem kleinen Label, was auf dem Bild ist, findet man in dem Buch keine weiteren Texte. Es ist also kein Lehrbuch, sondern wohl eher ein Kunstband, vielleicht auch ein Archiv. Eigentlich ein Portfolio das wohl mehr oder weniger zwei Dinge zeigt: 1. Die Frau kennt Pflanzen und 2. sie kann fotografieren.

Leider wurde sie aber nicht berühmt. Nicht mal, weil der Inhalt des Buches uninteressant oder unpopulär gewesen wäre. Nein, der eigentliche Grund war ihre Technik: Die Cyanotypie war im Gegensatz zur Talbotypie nicht (mehr) sehr spektakulär. Entweder war sie also mit ihrer Fotobuch Idee zu spät dran, oder sie benutzte halt die Falsche Technik. Hätte sie realistischere Talbotypien verwendet, wäre es vielleicht ein grösserer Renner geworden.

Inzwischen wird in Fachkreisen ihr Werk viel höher gewertet. Darum wird wohl auch Google den Doodle für sie gemacht haben. Viel bringt ihr das nicht mehr. Nach ihr kamen aber noch viele und auch erfolgreiche Bildbände dieser Art. Und das zeigt mal wieder, dass die ersten Erfinder selten die sind, die absahnen und sich durchsetzen. Das ist schade, aber man kann halt nicht an alles denken. Die einen haben die Ideen, die anderen die nötigen Verbesserungen um es kommerziell zu machen. Niemand kann beides sein.

Mir gefallen die Bilder total. Sie sind so einfach, klar und dennoch mega komplex und detailliert.

En schöni Wuche!

Pfoffie

3 Gedanken zu „Wie Anna Atkins ein Fotobuch machte und es keinen interessierte“

Kommentar verfassen