BaG: Zukunftsmusik

Und schon geht es weiter,
mit der Challenge f√ľr Writer.

Und keine angst, keine Reime Heute. ūüôā

Die heutige Challenge:

Es spielt ein Jahrhundert in der Zukunft. Es kommt ein Estrich darin vor.

Hier findet ihr die absolut geniale, fast krimiartige Geschichte meiner Writer-Partnerin. Ich finde die Geschichte toll und sie hat mich oft und vor allem gegen den Schluss extrem √ľberrascht.

Und hier nun meine Geschichte:

Zukunftsmusik

Jennifer lebt im Jahr 2113 und ist entt√§uscht. Seit sie sich f√ľr Technologie interessiert, wird sie immer wieder auf die harte Realit√§t zur√ľckgeworfen. Es gibt einfach nichts neues mehr. Die Welt ist irgendwann stehen geblieben. Es scheint, als h√§tte die Menschheit die letzten Hundert Jahre keine Fortschritte mehr gemacht.

Immer noch sind Ferientrips nur bis zum Mars und keinen Meter weiter m√∂glich. Seit die Computer teilweise organisch und somit √ľberdimensional Leistungsf√§hig sind, haben sie sich kaum ver√§ndert. Z√ľge, die einen in zwei Stunden nach China fahren. Kann das wirklich alles sein? Ist das das schon Ende der Stange?

Jennifer ist verzweifelt. Sie sucht nach etwas Neuem, seit Jahren. Und sie hat auch versucht, aus sich heraus etwas originelles, neues zu erschaffen. Doch es gelang ihr nicht. Was auch immer sie erfand, nach kurzer Recherche stellte sich in jedem fall heraus, dass es das schon gab. Meistens gab es sogar bereits ganz genau dasselbe. Einmal sah ihre Erfindung auch noch detailgenau gleich aus wie das seit Jahren existierende Gegenst√ľck.

„Es ist eine Crux!“, ruft sie in ihre Wohnung.

Irgendwie hat sie gehofft, jemand w√ľrde zu ihr druchdringen, ein Gott, Geist oder beides und w√ľrde ihr etwas sagen, dass noch niemand geh√∂rt hat. Doch es scheint sie niemand zu h√∂ren, oder etwa doch?

Ein pl√∂tzliches Poltern dringt durch ihre Wohnung. Es kommt eindeutig von oben, aus ihrem Estrich. Jennifer steht auf und geht durch ihr Wohnzimmer und durch den Gang mit der sch√∂nen Galerie. Sie sieht auf die grosse, weite, gr√ľne Fl√§che vor ihrem Haus, die Idylle, die sie so schrecklich langweilt. Die Sonne ist gerade auf ihrem letzten Viertel vor dem Untergehen.

Zum Poltern gesellen sich feine glockenartige Klänge. Am Anfang vermutet sie darin eine Melodie, doch ausser dem klaren, rhythmischen Unterton kann sie keine wirkliche Melodie ausmachen. Es erinnert mehr an eine dieser alten Jazz-Jams.

Sie erreicht die Klappe zum Estrich und öffnet sie. Ein Schwall lauter Musik sprengt sich ihr entgegen. Das melodielose Geklimper hat orchestrale Tiefe angenommen. Sie kann kaum mehr unterschiedliche Instrumente ausmachen, es ist einfach eine grosse Masse an Musik.

Die Treppe heruntergezogen und hochgeklettert steht Jennifer jetzt im Estrich. Er ist vollkommen leer. Eigentlich hat sie hier viele Dinge eingelagert. Irgendwie wirkt der ganze Estrich auch viel moderner, metallisiert und seltsam. In der Mitte des Raumes schwebt eine kleine Kugel. Sie ist eindeutig die Quelle der Musik. Darunter liegt ein Umschlag.

Sie geht darauf zu, greift den Umschlag und öffnet ihn. Sofort erkennt sie ihre eigene Handschrift.

Liebe Gegenwarts-Jennifer,
Ich habe aus Langeweile eine Zeitmaschine gebaut und bin herumgereist. Keine gute Idee. Habe meine Gegenwart, Zukunft und auch sonst alles zerst√∂rt. Bin in’s Jahr 7132 gereist. Apokalypse!! Hui, aber ich konnte dieses Instrument retten. Es macht Musik, wie man sie vor der Apokalypse gemocht hat.

Bitte beschäftige dich damit und baue keine Zeitmaschine.

Kussi und Bussi, deine Zukunfts-Jenny.

Etwas verwirrt und schockiert von ihrem zuk√ľnftigem Ich, das anscheinend nicht nur das Universum zerst√∂rt, sondern sich auch pl√∂tzlich Jenny nennt, legt sie den Brief beiseite. Sie greift nach der Kugel und schmeisst sie in eine Ecke. Sie geht kaputt und die Musik ist augenblicklich weg.

„Fertig mit dieser schrecklichen Zukunftsmusik!“, sagt sie trotzig in den Raum und lacht.

Sie inspiziert den Estrich auf Paneele und findet wirklich eines. Sie schafft es, die Zeitmaschine zu aktivieren und verschwindet sogleich.

2 Minuten sp√§ter kommt sie wieder an, hat einen Arm weniger, hustet Blut, ist mit gr√ľnleuchtenden Pusteln am ganzen K√∂rper √ľbers√§ht und riesige, radioaktiv-giftige Insekten krabbeln auf ihr.

Bevor sie endlich stirbt und sieben neue Plagen auf die Welt loslässt, denkt sich noch zwei letzte Worte: Och, verdammt!

Sie gibt auf und stirbt auf ihrem Estrichboden. Hinter ihr in einer Ecke im Schatten steht eine Frau und lacht, lacht immer mehr und lauter und verschwindet dann mit einer kleinen Kugel in der Hand… In die Vergangenheit.

Ende.

Ich liebe diese Challenges. Warum? Ich bin im Moment an etwas ¬ęGr√∂sserem¬Ľ dran und solche Dinge sind eine tolle Ablenkung. Und ja: Ich hoffe schwer, das andere Projekt wird besser als diese Geschichterei. ūüôā

Danke f√ľr’s Lesen!

Cheerio, pfoffie.

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