17. April 2017 um 12:00 Uhr

Ich, Spinne, #Arachnophobie

Meine Ärztin meinte, dass ich mich sehr gut selber therapiere. Up Next: Meine Spinnenangst

Irgendwie ekle ich mich schon immer vor Spinnen. Was eigentlich lustig ist: Meine Mutter kennt da nichts. Sie packt die Dinger und bringt sie auf den Balkon. Ich jedoch möchte sofort losgoissen wenn ich eine sehe. Je kleiner, um so schlimmer. Mit Vogelspinnen habe ich gar keine Probleme. Aber wenn sie so klein und wendig sind, womöglich noch springen können … das geht gar nicht. Ich bin wie gelähmt und es beginnt mich am ganzen Körper zu beissen. Es ist nicht nur Ekel, sondern tatsächlich regelrechte Angst. Wovor ich mich fürchte, was denn die Spinne schlimmes tun könnte, weiss ich aber eigentlich auch nicht. Aber dass mein Gehirn von irrationalen Ängsten durchfressen ist, ist ja nichts Neues.

Bisher sah ich keine grosse Notwendigkeit, diese Angst zu behandeln. Schliesslich schränkt sie mich ja nicht ein. Aber eine akute Situation am Samstag machte eine sofortige Therapie unumgänglich.

Morgens um 7, ich mache mich auf ins Gym mit dem Auto. Man soll sich ja nicht zu fest bewegen. Schon gleich nachdem ich aus der Garage gefahren bin, fällt mir eine kleine Spinne am Fenster auf. Ich bin mir sicher, dass sie ausserhalb des Autos sein muss. Wie sollte eine Spinne schon ins Auto reinkommen? Ich bin also total entspannt. Dann fällt mir eine zweite Spinne auf der Windschutzscheibe auf. Sie sieht identisch wie die andere aus. Ich finde schnell heraus, dass diese IM Auto ist. Wie ich das herausgefunden habe, behalte ich aber lieber für mich.

Mich ergreift also Panik. Höchstwahrscheinlich sind beide Spinnen also im Auto. Da sie gleich aussehen, könnten sie aus einem Ei im Auto geschlüpft sein und somit bloss zwei von Hunderten sein. Während ich diesen Fakt erkenne, rase ich mit 60km der Strasse entlang. Ich habe wirklich grosse Angst und weiss nicht, wie ich damit umgehen soll. Schliesslich muss ich mich auf das Autofahren konzentrieren. Aber die Panik klettert an meinen Knochen hoch. Oder sind das Spinnen an meinen Beinen? Mir war klar, dass ich im Moment keine andere Wahl hatte, als die Anwesenheit der Spinnen zu tolerieren. Es blieb mir nichts anderes übrig, als mich selbst zu beruhigen.

So stellte ich mir selber die Frage: «Wovor genau habe ich Angst?» Denn was könnten die Spinnen mir schon antun? Sie sind ja höchstwahrscheinlich nicht giftig. Selbst wenn sie mich beissen würden, wäre das Schlimmste wahrscheinlich höchstens mückenstichartig. Ich überlegte mir, dass sie mich plötzlich anspringen könnten, oder mir ein Spinnennetz entgegenschleudern möchten. Auch das versuchte ich rational abzuschütteln. Ich war ein vergleichsweise schlechter Gegenstand für ein Netz: Ich bewegte mich viel zu stark. Und auch das Anspringen machte kaum einen Sinn. Warum sollten sie das tun, wenn sie um sich tonnenweise Bewegungsfreiheit hatten?

Das gute Zureden half. Die letzten Minuten der Fahrt konnten die Spinnen und ich total easy koexistieren. Im Parkhaus des Fitnesscenters nahm ich sogar eine der beiden und setzte sie irgendwo aus. ❤️

Leider war das Zureden zwar akut sehr hilfreich, aber nicht sehr nachhaltig. Jetzt habe ich nämlich genau gleich Angst wie zuvor 🙂

Tja.

Ich wünsche euch eine schöne Woche.

Pfoffie

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