14. April 2017 um 12:00 Uhr

Die unvollendete Geschichte über eine Sauna die in der Zeit reisen kann

Heute habe ich eine unfertige, schlechte Geschichte für euch. Ihr müsst sie trotzdem lesen. Schliesslich ist Jesus heute gestorben. Eat meat!

Sein Name ist Haiko Matka und er verbringt offiziell den grössten Teil seiner Freizeit im Fitnesscenter. Die Wahrheit sieht aber anders aus. Seine wahre Liebe ist der Wellnessbereich des teuren Centers. Natürlich macht er auch Sport. Ungefähr 15 Minuten. Man muss sich ja auch aufwärmen. Und schliesslich werden auch bei jedem Saunagang knapp 50 Kalorien verbrannt. Wenn Haiko den ganzen Tag der gesunden Sauna frönt, kommt da schon einiges zusammen.

Haiko bevorzugt die 95°C-Sauna. Da kann er sich so richtig entspannen. Er hält natürlich die kompletten 15 Minuten durch und springt danach sofort in das eiskalte Wasserbecken gleich gegenüber des heissen Holzkonstrukts. Die 95er ist auch mit Abstand die schönste Sauna. Das Holz wirkt schöner, die Bänke sind bequemer. Aber das Highlight ist die Decke: Hunderte kleiner, farbig leuchtende Punkte verzieren sie. Die Farben wechseln irgendwie zufällig, folgen aber auch einem sich wiederholenden Muster.

Haiko liebt es und bereut, dass er die Sauna am Anfang gemieden hat. Als er mit dem Saunieren begann, traute er sich nicht in die Sauna, wenn dort zu viele Leute waren. Und die 95er war immer die beliebteste. Zumindest dachte er das: Da man die Saunas nur barfuss betreten darf, sind die Anzahl an herrenlosen Badeschlappen ein gutes Indiz dafür, wieviele Leute sich in dem kleinen Raum gerade das letzte Wasser aus dem Körper schwitzen. Und vor der 95er hatte es immer viele solcher Schlappen, sodass Haiko gar nicht erst in die Nähe ging. Als er aber vor wenigen Jahren endlich doch zur Sauna ging und hineinschaute, sah er, dass da gar niemand drin war. Obwohl drei Paar Schlappen davor lagen. Anscheinend vergassen nach dem ultraheissen Saunagang viele Besucher schlicht ihre Schlappen und das Personal hielt es nur alle paar Wochen für nötig, sie wegzuräumen.

All das hatte natürlich auch einen Vorteil: Die meisten Leute hatten wohl dieselbe Einstellung wie Haiko und so war er – als er mal herausgefunden hatte, wie leer die Sauna eigentlich ist – meistens alleine dort. Was er natürlich wirklich gut fand und total genoss.

Die ganze Sache wurde erst seltsam, als sich ein anderer Saunagänger total komisch verhielt. Haiko war etwa sieben Minuten in der Sauna, als der einzige andere Schwitzende plötzlich die komischen Frage «für eine Farbe?» stellte, sich komisch schüttelte und dann aufstand. Der andere Mann war ihm beim Betreten gar nicht aufgefallen. Er war alt, mindestens 15 Jahre älter als Haiko. Eigentlich hätte er sich dann auch gar nicht mehr um den anderen gekümmert, der aber nahm einfach Haikos Badeschlappen und das konnte er natürlich nicht so auf sich beruhen lassen. Nach nur acht Minuten verliess er dann schon die Sauna und folgte dem Mann. Dieser hatte die Schlappen neben der Dusche platziert. Haiko nahm sie sich einfach und ging zurück in die Sauna.

Keine zwei Minuten später stand der alte aber schon wieder vor der Sauna und nahm sich Haikos Schlappen erneut. Das konnte er dem alten nicht durchgehen lassen, er …

BLEH! Die Geschichte ist scheisse. Sorry 😀 An dieser Stelle hatte mich einfach total die Muse verlassen. Ich wollte eigentlich von einer der leuchtenden Punkte an der Decke schreiben, der beim Betreten immer am Anfang weiss ist, dann immer röter wird und schliesslich zu einer «undefinierbaren Farbe» wird. Haiko, dessen Name übrigens von «Aikamatka» abgeleitet ist, hätte dann Jahrelang versucht herauszufinden, was es mit der Sauna und so weiter auf sich hat. Dann hätte er gemerkt, dass eben was mit dem leuchtenden Punkt nicht stimmt. Schliesslich hätte er als alter Mann «Was ist das für eine Farbe?» gesagt, die Sauna verlassen und die Schlappen seines eigenen, jüngeren Ichs zu stehlen versucht. TATA.

Das Schreiben der Geschichte fiel mir von Satz zu Satz schwerer. Alles hat sich auch total schwerfällig und erzwungen angefühlt. Aber ich dachte «jetzt habe ich schon so viel geschrieben!». Schliesslich ging’s dann wirklich nicht mehr. Deshalb habe ich abgebrochen und mir gedacht: Ich zeige euch mal, wie ein gescheitertes Schreibprojekt aussieht. Solche habe ich tonnenweise.

Und all das nur, weil mir tatsächlich ein alter Mann in der Saune die Schlappen stehlen wollte. hahahahahaha.

Danke fürs Lesen. Habt einen schönen Freitag, Samstag, Sonntag und Montag!

Cheers,
Pfoffie

Kommentar verfassen