13. März 2017 um 12:00 Uhr, 2 Kommentare

Ein Religionsranking und warum das Wort Sekte doof ist

Man sollte Glaubenskonstrukte neu, anders und insbesondere objektiv bewerten.

Als Atheist finde ich ja eigentlich alle Religionen tendenziell schlecht. Aber ich glaube, dass gewisse von «der Gesellschaft» schlechter als nötig behandelt werden, während es auch einige gibt, die viel zu stark toleriert werden.

Vor allem das Wort Sekte stört mich hierbei am meisten. In der vom Christentum durchtränkten westlichen Welt wird mit dem Wort ja oft nur so um sich geworfen. Da gilt dann Wicca oder Schamanismus schnell mal als Sekte und wird verdammt. Während Islam und Buddhismus der schieren Grösse wegen und das Judentum erblich bedingt akzeptiert werden. Problematisch ist ja auch, dass gerade Wicca von der christlichen Kirche verurteilte Symbolik verwendet wird. Dass die das dann doof finden, ist natürlich klar, aber alles andere als objektiv.

Ich habe mir deshalb einige Gedanken gemacht, denn ich finde es schon wichtig, dass man sowas analysiert und von gewissen religiösen Gruppen warnt. Die Frage ist aber, wie man eine Religion oder Glaubensgemeinschaft einfach und schnell bewerten kann. Ich hatte einige Ideen.

Zum Beispiel könnte man schauen, wieviel Schaden eine Religion anrichtet. Aber Schaden ist sehr schwer zu definieren und auch oft rein subjektiv.

Dann hatte ich den Gedanken, es am Grad der Organisiertheit festzumachen. Aber auch das ist eine schlechte Idee. Organisation muss nicht per se gute oder schlechte Auswirkungen haben. Man könnte die Religionen so zwar ordnen, aber es würde keine sinnvoll lesbare Aussage machen.

Schliesslich dachte ich, dass es wohl vor allem darauf ankommt, wie indoktrinierend eine Glaubensgemeinschaft vorgeht. Wie viel eigene Ideen und Gedanken lässt sie zu. Das ist zwar schwierig zu messen, aber zusammenfassen kann man das wahrscheinlich als «Wie einfach ist es, wieder auszutreten?». Das ist vergleichsweise einfach herauszufinden und zeigt gut, wieviel Freiheit eine Religion einer Person lässt.

So würde Scientology wohl relativ schlecht, Wicca, Katholizismus (je nach Land) und so weiter relativ gut wegkommen. Der Islam wäre wohl auch regionsabhängig mal besser, mal schlechter drin.

Dieses Ranking wäre damit aber nicht mal wertend, sondern würde eher dabei helfen, den Menschen zu zeigen, wie stark sie darüber nachdenken sollten, es auszuprobieren. Wie bei Drogen. Von Kokain kommt man eher wieder weg als von Heroin.

Mein Werdegang ist ja auch nur von offeneren Glaubensbekenntnissen gepflastert. Ich wurde katholisch erzogen in einer Zeit und Welt, wo die Religion nicht mehr so viel Einfluss hatte, habe mich später bewusst und eigenständig zu Wicca und ähnlichen, offenen Naturreligionen hinbewegt und mich schliesslich auch davon gelöst. Da hatte ich schon grosses Glück. Wer weiss, wo ich heute stünde, wenn irgendwo auf dem Weg Scientology in mein Leben getreten wäre.

Was meint ihr dazu?

Cheers und eine gute Woche,
Pfoffie

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