6. März 2017 um 12:00 Uhr, 2 Kommentare

A CURE FOR WELLNESS – Filmreview

Schlechte Schweizer Klischees, wunderbare Bilder und eine lange, verworren verwirrende Story. Kann das gut sein?

In A Cure for Wellness geht es zusammengefasst um einen erfolgreichen, jungen «Irgendwas mit Finanzen»-isten, der den CEO seiner Firma in der Schweiz von einem Churort abholen soll. Dieser Churort befindet sich ganz offensichtlich im allseits bekannten Kanton St. Aarbünden oder sowas und ist wunderschön. Umgeben von Bergen und es ist immer schönes, warmes Wetter – sehr Schweiz-like eben. Aber anscheinend geht dort oder vielleicht auch nur im Kopf des Protagonisten etwas ganz ganz seltsames vor sich.

Der Film ist lang. Mehr als zwei Stunden. Manchmal merkt man das, denn er hat seine Längen. Gelangweilt jedoch hat mich A Cure for Wellness aber nie. Auch in den langsameren Momente geschieht immer irgendwas, wird immer irgendwas entdeckt oder zumindest erforscht. Das ist auch irgendwie notwendig: Die schliesslich aufgedeckte Story ist zwar nicht sehr komplex, wird jedoch nur in ganz kleinen und zum Teil falschen Happen mitgeteilt. Man macht sich stets Gedanken, hat stets irgendwelche Ideen, die dann wieder im nächsten Augenblick keinen Sinn mehr ergeben. Irgendwann möchte man einfach wissen was los und diese Genugtuung erhält man am Schluss auch … Auch wenn es noch zu diskutierende Fragen gibt.

Ein womöglich negativer Punkt ist die Darstellung der Schweiz. Der (oder die?) Dialekt(e) sind schräg und unglaubwürdig – schlimmer noch als in Findet Nemo oder den Simpsons. Das ist etwas überraschend, da man ja einfach Schweizer Synchronsprecher hätte nehmen können (und das wohl mindestens einmal auch getan hat). Auch glaube ich nicht, dass die Schweiz wirklich noch irgendwo so ist, wie dieses Dorf dargestellt wird. Womöglich bin ich da aber auch etwas naiv. Interessanterweise denkt man in den USA offenbar, dass wir nur deutsche Musik hören. Lustig ist, wie es total unklar ist, wo das in der Schweiz überhaupt sein soll. Autos haben ein (lustig gefaketes) Graubünden-Nummernschild, die Polizei trägt eine komische Aargauer Uniform und irgendwo haben wir noch ein St. Gallen-Schild gesehen. Es war für uns sehr amüsant, aber womöglich war das wirklich «schlecht» gemacht. Wir müssen den Film jedoch unbedingt auch noch auf englisch schauen.

Neben der kohärenten und – zumindest für mich – interessanten Story sind wohl die Bilder eines der besten Eigenschaften des Films. Er ist wunderschön anzuschauen. Wenn nicht gerade irgendwelche mittelmässig animierten Tiere über die Leinwand wandern sind die Aufnahmen wirklich wunderbar. Ich habe selten so eine schöne Szenerie gesehen.

Also alles in allem finde ich den Film echt gut und kann ihn nur empfehlen. Ich verstehe nicht, warum der so schlechte Kritiken erhält.

hm. Habt ihr den Film gesehen? Was meint ihr?

Ich wünsche euch eine tolle Woche!

Pfoffie

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