Kennt ihr das, wenn ihr das ganze Wochenende quasi nichts gemacht habt und das eigentlich okay, sogar super, ist aber irgendwie ein ganz kleines bisschen nicht okay?nichtsgemacht

An manchen Wochenenden sitze ich nur da. Lese vielleicht ein bisschen und/oder schaue TV. Gehe nicht raus sondern liege einfach rum. Immer wenn das geschieht, bin ich am Abend wütend deswegen. Natürlich nur auf mich selbst, denn ich habe das ja selber in der Hand, sollte mich selber davon abhalten, dem Müssiggang nachzugeben. Dennoch kann ich mich kaum zusammenreissen, es nicht am meinem Umfeld auszulassen. Schliesslich haben die mich ja auch nicht davon abgehalten, nichts zu tun.

Und das ist ja auch genau das Problem mit dem Nichts. Man kann jemanden kaum davon abhalten, nichts zu tun. Insbesondere wenn das Nichts – wie in meinem Fall – nach etwas aussieht. Denn im Grunde tue ich ja etwas: Ich lese, schaue TV oder spiele Computerspiele. Aber in meinem wirren Kopf gelten diese Dinge als nichts, weil ich sie einfach konsumiere und Konsumation = Nichtstun. Selbst wenn es sowas «anstrengendes» wie Lesen ist.

Gleichzeitig frage ich mich aber auch, ob man überhaupt immer irgendwas tun muss. Irgendwie habe ich die seltsame Vorstellung, dass das Leben daran gewertet wird, wie viel man erschafft. Das ist quasi die Währung für den Sinn des Lebens. Zumindest bewerte ich die ganze Sache selber so. Und das ist natürlich ein Problem. Ich habe das Gefühl, «früher» zu wenig gemacht zu haben und wohl deshalb so etwas wie einen Karmakredit (das wäre ein toller Name für einen Song!) zu haben. Und das eigentlich sogar in verschiedenen Lebensbereichen. Ich finde ich habe einen Ess-Kredit, einen Sport-Kredit und so weiter aufgenommen und darf mir nun kaum mehr leisten, irgendwas zu essen das Spass macht oder einfach mal rumzuhängen.

Auf der einen Seite ist das einfach nicht wahr, jeder hat das Anrecht auf Spass, auf Nichtstun, auf was auch immer man will. Gleichzeitig aber schimpft die Waage mit mir, wenn ich Esse, ganz egal was und dieses eine kleine Detail, das eben ein Fakt ist, extrapoliert mein Gehirn auf alle anderen Dinge. Das, obwohl ich selber einsehe, dass mein Kritereingitter total subjektiv ist und andere Leute eine total andere Vorstellung davon haben, was man machen sollte/müsste/dürfte.

Wahrscheinlich möchte ich irgendwelche Dinge erreichen und mein Kopf versucht das mich in diese Richtung zu drücken. Aber ich schaffe es nicht. Ich bin viel zu beschäftigt damit, unzufrieden zu sein, dass ich gar keine Zeit habe, mich einfach Mal um diese anderen Dinge zu kümmern. Bleh. Womöglich spricht einfach das viele Nichtsmachen aus mir 🙂

Jetzt habe ich darüber geschrieben und hoffe das ändert sich.

Habt eine tolle Woche!

Cheers
Pfoffie

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5 Kommentare

  1. Das ist doch ganz normal, einmal ausspannen und nichts tun!
    Man kann nicht immer nur 100% arbeiten, so wird man nur krank!
    Ich so wie Du das machst gut, es muss einfach nur für Dich stimmen! Du kannst sooo stolz auf Dich sein, was Du schon alles bis jetzt in Deinem Leben erreicht hast! Ins besondere auch mit dem abnehmen Bravo Bravo!
    Ich mag im Moment am Sonntag auch nicht, meinen marsch zu machen, und es ist mir zu dunkel rauss zu gehn, und zu gefährlich!
    Wünsche Dir auch eine gute und schöne Woche😘😘👍👍 Gglg
    Mami

  2. ich kann deinen ‚karmakredit‘ gut nachvollziehen. trotzdem denke ich, dass dieses sogenannte nichtstun die basis für kreativität und weiterführende gedanken ist. sonst würdest du ja kaum zeit finden dich mit all diesen themen zu beschäftigen. schnell leben und alles machen, heisst nicht unbedingt besser leben. immer wieder stehenbleiben und gucken was da noch ist, macht dich wahrscheinlich aus, behaupte ich jetzt, ohne dass ich dich kenne. also nicht verzagen. es ist alles typsache und darum in ordnung.

    1. Oh vielen Dank! Was für tolle Worte. Vor allem dass das Nichtstun die Basis für mehr sein kann … darüber habe ich nicht mal nachgedacht. Aber der Beitrag ist ja sogar der Beweis dafür.

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