24. Mai 2016 um 12:06 Uhr, 2 Kommentare

Ich habe mein Fahrrad repariert!

Manchmal muss man die Dinge eben doch in die eigenen Pfötchen nehmen.mech

Könnt ihr euch an die freundlichen Veloreparierer erinnern? Nun, natürlich reparierten sie mein Fahrrad und ich war total freudig darüber. Problem nur: Bei der zweiten Ausfahrt verkantete sich nach einer halben Minute Fahrt das Hinterrad. So viel Geld gezahlt und doch nicht richtig gemacht; traurige Geschichte. Das hat mich schon sehr geärgert. Ich würde also schon wieder dort vorbei und mich nun auch noch beschweren müssen.

Natürlich erzählte ich Freunden davon, die sich freundlicherweise gleichermassen aufregten. Zwei davon meinten dann aber, ich sollte das doch selber reparieren. Ich hätte ja bestimmt «Schnellspanner» um die Räder einfach zu lösen. Obwohl ich nicht wusste, was das für Spanner sind, wusste ich, dass ich die habe. Woher diese Sicherheit kam, ist mir ungewiss. Ich habe das Gefühl, schon Mal ein Rad entfernt zu haben. Was die Frage aufwirft, warum in Gottes Namen ich das schon Mal tun musste? Ich bin ganz und gar kein Bastler wenn es um sowas geht. Eher lebe ich in einer latenten Panik, möglicherweise etwas kaputt zu machen.

Ich war also skeptisch, entschied aber, es trotzdem auszuprobieren. Würde es nicht gehen, ginge ich wieder zum Herr Fahrrad und würde toben. Am Sonntag Vormittag ging ich also zum Velo, drehte es um und löste diese Vorrichtung. Ich befürchtete, Kette, Zahnräder und alles würden mir sofort entgegen explodieren. Nichts dergleichen geschah. Etwas an Ras gerüttelt und es lag wieder schön im Rahmen. Den Schnellspanner schnell wieder gespannt und alles sah super aus. Ich fühlte mich jetzt schon SO männlich.

Rad umgedreht, drauf gesetzt, los gefahren, Rad wieder verkantet; bleh. Die haben mein Fahrrad komplett zerstörten!!! So dachte ich zumindest und wollte bereits aufgeben. Ich entschied mich aber, einen einzigen, weiteren Versuch zu starten, weil ich noch eine einzige Theorie hatte. Womöglich war dieser Spanner einfach zu wenig gespannt.

Velo also wieder gedreht, Rad gelockert und dann nach irgendwas gesucht. Es musste doch irgendeine Möglichkeit geben, dieses Ding fester anzuziehen. Mein erster Gedanke war, das müsste dann auf der anderen Seite sein. Der Gedanke war richtig. Da hatte es tatsächlich eine Windung. Ich zog sie leicht an, was aber schon zu stark war; den Spanner konnte ich nicht mehr spannen. Meine Zuversicht schwand. Wenn so wenig schon reichte, würde ich es kaum stärker anziehen können. Ich lockerte die Windung nur wenig und versuchte es erneut; noch immer zu streng. Noch etwas; jetzt ging es zu leicht. Schliesslich schaffte ich eine angenehme Mischung und versuchte erneut mit dem Rad zu fahren.

Ich fuhr einige Runden kurvig hin und her. Es funktionierte einwandfrei! Bis auf einen Einwand: Der Dynamo berührte immer wieder leicht meinen Reifen und pfiff deshalb alle paar Sekunden unangenehm laut auf. Das Problem hatte ich aber vorher schon und war auch nicht vom Veloservice behoben worden. Deshalb war ich davon ausgegangen, es sei unlösbar. Jetzt fühlte ich mich aber so richtig sicher und wie ein Veloprofi. Was tat ich also?

Genau: Fahrrad wieder gedreht; Rad gelockert und irgendwie versucht, es gerade zu stellen. Es schien zunächst aussichtslos, dann habe ich es aber irgendwie geschafft. Das Pfeifen war verschwunden und ich fühlte mich grossartig!

Ich weiss, ich weiss. Für die meisten ist das etwas total normales. Viele meiner Freunde machen ständig selber an ihrem Fahrrad rum. Ich hingegen bin so erzogen, dass man Dinge nicht selber kann, sondern immerzu von Profis machen lässt.

Nun. Jetzt nicht mehr.

Cheers, Pfoffie

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