21. April 2016 um 12:00 Uhr

Das Problem mit Wolken

Auch Apple macht mir immer wieder Striche durch meine Rechnung.icloud

Dies ist ein quasi-Folgeartikel zu Dienstag. Seit Monaten benutze ich ja nun Apple Music und bin damit eigentlich zufrieden; sogar sehr zufrieden. Es gibt jedoch ein paar wirklich befremdliche und, schlimmer noch, beängstigende Begebenheiten.

Da wäre zum Beispiel das seit Wochen bestehende Problem, dass ich auf meinem MacBook einige Songs nicht mehr anhören kann. iTunes sagt, ich hätte die Songs nicht mit dieser Apple ID gekauft. Das stimmt erstens natürlich nicht (ich besitze nur eine einzige Apple ID und die Songs sind mit jener gekauft) und zweitens sollte es in Zeiten der Apple Musikflatrate eigentlich keinen Unterschied mehr machen. Schliesslich zahle ich ja jetzt für alles, selbst für hypothetischerweise gestohlenes. Der Apple Support schlägt nur seltsame Dinge vor, wie zum Beispiel «Die Songs löschen und neu hinzufügen». Es handelt sich aber einerseits um einen riesigen (nicht einfach markierbaren) Teil der Musikdatenbank und andererseits gingen dadurch für mich überflüssig wichtige Statistiken verloren. Wirklich schlimm ist das Problem aber eigentlich nicht: ich kann ja im schlimmsten Fall auf dem iPhone noch alles anhören.

Viel unheimlicher ist das autonome Löschen von Apple. Plötzlich und ohne Vorwarnung verschwinden gewisse Titel einfach so und unwiderbringbar. Da wären zum Beispiel alle Videoclips (für die meisten davon habe ich sogar gezahlt) oder einfach so ein Random Song aus dem Cloud Atlas Soundtrack. Diese Dinger kann ich nirgendwo mehr konsumieren und ich frage mich, was es dagegen für eine Lösung gäbe. Ist das nun der Unterschied zwischen Apple Music und iTunes Match? Muss ich tatsächlich Apple noch weitere CHF 30.– im Jahr zahlen, um vor der Willkür bewahrt zu sein?

Das schlimmste daran ist, das Apple das darf. Genau so wie Netflix, bestimmt auch Apple ganz alleine darüber, was sich in ihrem Katalog befindet. Zu denken man besässe, was man kauft, ist ein Trugschluss. Siehe zum Beispiel die AGBs von Swisscom TV. Filme die man dort kauft, besitzt man nur 5 Jahre. Apple tut das wahrscheinlich gleich, ich konnte einfach nirgendwo einen Eintrag dazu finden. Und selbst wenn sie es nicht tun: Morgen könnten sie es einfach so einführen und man könnte nichts dagegen tun. Man würde es wohl – wie bei Netflix – nicht mal merken, bis man etwas vermisst und es zu spät ist.

Tja, mit diesen Clouds ist es halt wie mit den echten Wolken: Sie sind nur teilweise berechenbar. Nur hätten wir hier die Möglichkeit, uns freiwillig davon zurückzuziehen. Aber tun wir es? Ich nicht. Ich bin zu faul.

Cheers,
Pfoffie

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