7. April 2016 um 12:00 Uhr, 2 Kommentare

Die Hotels.com Verschwörung

Vielleicht bin ich paranoid, vielleicht ist das auch Allgemeinbildung. Oder ich habe gerade die grösste Schande der Tourismusbranche aufgedeckt.hotelscom

Wenn man in ein Hotel geht, hat man ja im Normalfall keinen Vergleich mit den anderen Hotelzimmern und den anderen Gästen. Dennoch hatte ich letzten Freitag eine Mini-Offenbarung. Wir kamen im Hotelzimmer in Italien an und hätten dort eigentlich Bademäntel und Stoffschuhe für den Spa-Bereich finden müssen. Doch da war nichts. Beim Nachfragen erklärte man uns, dass die aber da sein müssten. Wir erhielten schliesslich doch welche und waren ready fürs Spa.

Klar, das kann Zufall sein, aber irgendwie ist das nicht das erste Mal, dass eine Hotels.com-Buchung seltsam ist. Abgesehen vom The Cavendish hatten wir in London generell immer schlechte Zimmer. Selbst im Hilton! In Japan ebenso, ausser im Sheraton. Wir haben bei all diesen Hotels zwar keinen Vergleich, aber es ist schon auffällig und macht auch Sinn: Eine Buchung über Hotels.com (oder irgendeinen anderen, vergleichbaren Aggregator) kostet das Hotel Vermittlungsgebühren und im Fall vom Hotel in Italien waren die Preise auf Hotels.com auch noch etwa halb so hoch wie auf der Hotelwebsite. Wirklich Geld sparen kann das Hotel natürlich nicht wenn es uns «schikaniert». Wenn sie Direktbucher aber besser behandeln, kommen diese eher wieder und buchen natürlich wieder den höheren Preis.

Wären mir Bademäntel und -Schuhe den doppelten Preis wert gewesen? Nun in diesem Fall sicher nicht. Trotzdem sind es solche Kleinigkeiten die einen Aufenthalt ent-perfekten. Die Seite des Hotels verstehe ich natürlich auch irgendwie. Einerseits kann man nicht ohne diese Aggregatorseiten, andererseits bedeuten sie Verluste. Das Cavendish hat es clever gemacht: Beim Checkout erhielten wir einen Dankesbrief mit 10% Rabatt auf unseren nächsten Aufenthalt und es hat einen Link auf die Hotelwebsite.

Vielleicht sollten wir generell mit Hotels.com aufhören. Was mich dort hält sind Gratisnächte, die sie einem versprechen. Diese verfallen aber zum Beispiel auch nach einem Jahr und zwingen zu einem Hotelaufenthalt alle 12 Monate. Auch kann man diese Gratisnächte nicht in allen Hotels einlösen. Daraus schliesse ich, dass das Hotel an Gratisnacht-Kunden noch weniger verdient.

Das gleiche Problem gibt es übrigens mit eat.ch. Unser Pizzamann sagt immer «bestelle sie auf unsere Website weil est.ch so teuer für uns!». Dummerweise bedeutet in seinem Fall «auf der Website», dass man anrufen muss und das ist für mich leider keine Option. Da wäre ich sogar noch gewillt, mehr zu zahlen. Damit wäre ich aber wahrscheinlich alleine und eat.ch lässt das (ebenso wie apple.com) sowieso nicht zu.

Was haltet ihr davon? Bin ich Paranoid und habe schlechte Hotelerfahrungen, weil ich einfach immer das Günstigste suche? Oder ist an der Sache vielleicht etwas dran? Krieg ich jetzt einen Pulitzerpreis?

Cheers
Pfoffie

2 thoughts on “Die Hotels.com Verschwörung”

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.