Vor ein paar Tagen habe ich einen Kollegen beim Selbstbewundern vor dem Spiegel erwischt. Das hat mich daran erinnert, euch etwas wichtiges mitzuteilen.narziss

Der erwischte Kollege meinte nur total cool: Etwas Selbstbewusstsein auftanken muss manchmal sein. Früher hätte ich mich gefragt, wie man vom Spiegelbild Selbstbewusstsein erhalten sollte. Es ist kein Geheimnis, dass mir früher mein Aussehen nicht wirklich gefiel und der Spiegel nur ein Mittel um Pickel zu entdecken oder sich beim Rasieren nicht zu schneiden war.

Beim Computerspiel Sims sah ich dann beim Spiegel die Option «Charisma aufbauen». Wenn man das tat, plapperte der Sim mit seinem Spiegelbild und wurde dadurch stetig besser im Plappern. Das erschien mir logisch: Wenn man sich selber beim Reden beobachtet, sieht man, welche «Fehler» man macht und kann sie so mit der Zeit ausmerzen. Aus diesem Grund begann ich irgendwann auch, Selbstgespräche vor dem Spiegel zu führen.

Und das hat mir tatsächlich etwas gebracht. Nicht nur was mein Gerede und meine Haltung anbelangt. Ich habe mich immer mehr an meinen eigenen, wenn auch spiegelverkehrten, Anblick gewöhnt. Beim Singen war es ähnlich. Als ich mich selber zum ersten Mal singen hörte, klang es schrecklich aber mit der Zeit wurde es immer weniger schlimm. Ob ich wirklich besser singe oder mich einfach an den Klang gewöhnt und deshalb mehr draus machen kann, weiss ich nicht. Ich finde mich heute attraktiver als früher und frage mich auch hier, ob ich tatsächlich besser aussehe oder einfach besser mit dem umgehen kann, was ich eben habe. An manchen Tagen schaue ich in den Spiegel und finde «heute sehe ich echt gut aus!». Sowas wäre früher undenkbar gewesen. Das mag alles narzisstisch klingen, aber ich finde ein bisschen Selbstliebe schadet nicht. Solange es nicht zu viel wird. Narziss ist nicht seiner Liebe wegen ertrunken, sondern weil er nicht wusste wo die Grenzen sind.

Aus dem gleichen Grund höre ich mir übrigens auch ab und zu meine eigenen Sprachnachrichten an. Es ist ziemlich interessant wie viel man über sich selbst lernt, wenn man sich mit sich selbst beschäftigt. Klingt logisch 🙂

Fazit: schaut euch im Spiegel an und findet euch toll!

Cheers
Pfoffie

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3 Kommentare

  1. Hallo René, das ist ein schöner, positiver Beitrag zum Thema Spiegel. Und nun hier die dunkle Seite des Spiegels: wenn man hineinblickt sieht man auch ob jemand hinter einem ist. Oder noch schlimmer: man wird in den Spiegel „hineingesogen“, vielleicht in eine Parallelwelt oder Gegenwelt (wie das halt in den Horrorfilmen so üblich ist). Unheimlich oder?

    1. Hallo Patricia. Vielen Dank 🙂

      Früher hatte ich genau aus diesem Grund Angst vor Spiegeln! Da gab es einst einen Kinder-Gruselfilm, wo eine böse Hexe irgendwie aus dem Spiegel heraussprang. Das hat mich sehr geprägt. Leider erinnere ich mich nicht an den Filmtitel. So stark, dass ich als Kind beim Zähneputzen in der Nacht nie in den Spiegel geschaut habe – ausser ich stand mit dem Rücken zur Wand. Irgendwann dachte ich: Eigentlich ist es ja gut, wenn man hinter sich eine Bedrohung sieht, auch wenn man sich zuerst erschreckt … Das hat geholfen. 🙂

      Vielen Dank für den Kommentar! Das hat gleich wieder ein paar interessante Gedanken und nette Erinnerungen in mir ausgelöst!

  2. 😀 Genau! Aus dem Spiegel herausspringen ist auch gut. Der Spiegel als Dimensionstor. Gute Idee sich an die Wand zu stellen, falls jemand oder etwas hinter einem steht. Ich sage ja, bei Schwierigkeiten sind es die Kinder, die immer eine Lösung finden!

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