7. März 2016 um 12:00 Uhr, 2 Kommentare

Ich schaue keinen Sport

Gespräche über Fussball, Skifahren, Tennis und die Olympiade haben eines gemeinsam: Ich gehöre nicht dazu.sport

Dass ich kein Sportfan bin, ist ziemlich allgemein bekannt. Eigentlich ist das aber faktisch falsch. Sport ist total mein Ding: Ich geh‘ ins Fitness, mache Yoga, fahre Rad, wandere und noch vieles andere. Was ich aber nicht mag, ist anderen dabei zuzuschauen.

Immer wieder kommt es vor, dass man mich in ein Gespräch über Sport(ergebnisse) zu verstricken versucht. Das führt meist unweigerlich zu einem Gespräch über mein Desinteresse an Sport. Die meisten Menschen können das nicht verstehen. Jeder mag doch irgendeine Form von Sportschauen. Selbst wenn es nur Schach oder Computerspiele sind. Aber bei mir ist das nicht so.

Ich kann einfach nichts daran abgewinnen, andern dabei zuzusehen, wie sie etwas tun. Wahrscheinlich liegt es sogar wortwörtlich an «abgewinnen». Bisher hat mich nur ein einziges Mal Sportschauen interessiert: Das Rollerderby fand ich faszinierend. Aber auch nur, bis ich die Regeln verstanden (ergo gelernt) hatte. Auch spannend war das Baseballspiel in den USA. Womöglich beeindruckte mich aber da vor allem das «live-Erlebnis». Und auch da war es einigermassen spannend, herauszufinden, wie das Spiel überhaupt funktioniert.

Mein Kollege Roger hat letzte Woche ein paar echt gute Argumente fürs Schauen von Sport gebracht. Er hob die Spannung hervor, die bei einem guten Spiel/Tournament entstehe. Das kann ich mir sogar vorstellen. Wenn die bevorzugte Mannschaft gegen einen starken Gegner antritt und man nicht weiss wie’s ausgeht und so weiter. Wahrscheinlich steht mir aber hier meine Unfähigkeit ein «Lieblings» zu haben im Weg. Wie soll ich aus all den Sportlern denn einen Favoriten wählen? Leider fehlt mir auch der nötige Patriotismus um mich nur auf die «Schweizer» zu konzentrieren. Es erfüllt mich nicht mit Stolz, wenn ein anderer etwas erreicht. Allerhöchstens weckt es in mir die Hoffnung und den Ehrgeiz selber etwas zu erreichen.

Rogers zweites Argument war ebenso gut und gleichermassen nicht auf mich anwendbar: Man kann Profis zuschauen, wie sie etwas machen, das man selber auch aber weniger gut macht. Da ist natürlich das Problem, dass ich alle populären Sports selber nicht wirklich ausführe. Auf der anderen Seite müsste ich dann aber eigentlich Gamercontests interessant finden und das tue ich ja auch nicht. Vielleicht ist das aber, weil ich nicht die Art Spiele spiele, die man dort spielt.

Wahrscheinlich geht es aber wirklich nur um die Spannung. Ich liebe Spannung! Wenn ich andere sehe, die etwas tun, das ich auch tun könnte, denke ich unterbewusst wahrscheinlich «das könnte ich theoretisch auch». Da würde ich natürlich das echte Erleben bevorzugen. Das habe ich bei Filmen nicht. Beim Marsianer denke ich nicht, dass ich das auch selber erleben könnte. Deshalb finde ich es vielleicht spannend…

Obwohl … Ich glaube jetzt habe ich gerade die Antwort herausgefunden! Sportveranstaltungen sind immer gleich. Klar variieren sie stark darin, was genau passiert. Aber unter’m Strich ist es immer die gleiche Aktion die ausgeführt wird. Und Repetition kann ich generell wenig abgewinnen. Darum war ich wohl eher schlecht in der Schule. Ich möchte immer Neues erfahren, nicht Altes vertiefen. Deshalb habe auch ich eher ein breites als ein tiefes Wissen.

Ich bin froh, haben wir das geklärt. Und ihr wart live dabei! Vielen Dank! Was haltet ihr so von Sport?

Cheers,
Pfoffie

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