Vor kurzem hat mir jemand schockiert erzählt, dass man in der Universität XY nun zusätzlich zu den normalen Toiletten auch eine Gender-Toilette anbietet.

gendertoilet

Die Person war wirklich schockiert und fand das eine ganz doofe Idee. Ich bin mir nicht sicher, ob dies bei der Person aufgrund einer Abneigung gegen «Solche Menschen» hat oder ob sie einfach findet, es sei unnötig.

Ich persönlich finde Gender-Toiletten eine blöde Idee. Ich finde, dass es im zwanzigsten Jahrhundert in Ordnung sein sollte, als Mann und Trans-Mann auf eine Herrentoilette zu gehen. Einige Frauen werden widersprechen, aber auch sollte für Trans-Frauen darf es kein Problem sein, auf eine Damentoilette zu gehen. Dann gibt es auch noch die Personen, die sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen. Die sollten meiner Meinung nach auf beide Toiletten gehen dürfen.

Mein Problem liegt an einer anderen Stelle. Männer- und Frauentoiletten unterscheiden sich im Normalfall kaum. Bei den Männertoiletten hat es ab und zu Pissoirs. In allen Toilettenarten gibt es irgendwie abschliessbare Kästen mit einzelnen Porzellansitztoiletten. Wir trennen also zuerst die Geschlechter und dann auch noch die einzelnen Menschen. Ist das nicht irgendwie doppelt gemoppelt? Wenn die Menschen einzeln getrennt werden, sind ja die Geschlechter automatisch auch getrennt.

Die beste Lösung scheint mir, es so zu halten wie die öffentlichen Toiletten von McClean: Sie unterscheiden nur zwischen Pissoirs und Sitztoiletten. Warum kann man das nicht generell einführen? Heutzutage wird alles immer offener, freier, fairer und gleichberechtigter. Die Ehe für alle kommt auf, warum dann nicht auch eine Toilette für alle?

Ganz ehrlich: Es ist mir so egal, ob neben mir Hans oder Hannelore ihr Geschäft tut. Ich möchte das von niemandem so genau wissen.

Aus diesem Grund bin ich gegen zusätzliche Gender- und Unisextoiletten. Es sollte nur solche geben und dann würden sie auch keine solche spezielle Bezeichnung brauchen.

Was meint ihr? Gibt es irgendwelche Argumente dagegen? Eigentlich sollte das mal irgendeine innovative Firma zum Test einführen. 🙂

Ich muss dann mal auf’s Klo und wünsche euch schon Mal ein schönes Wochenende.

Pfoffie

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4 Kommentare

  1. ich unterstütze deine aussage, dass heuzutage alles immer offener, freier, fairer und gleichberechtigter wird…jedoch schwingt bei mir der apsekt mit, dass, wenn alles offener, freier, fairer und gleichberechtigter wird, ob da nicht mit zusätzlichen gefahren zu rechnen ist..will ja die welt nicht schwarz malen, doch zeigt die vergangenheit, dass menschen mit dieser eingebildeten freiheit nicht umgehen können..zb gehen dann die kinder auf die toilette und werden von frau und herr xy gefilmt oder auch erwachsene personen geschieht das selbe etc..die persönlichkeitsgrenze infolge der „gewonnen freiheit“ kann überschritten werden..ich persönlich begrüsse die trennung (frauen/herren), aber bin überhaupt nicht begeistert, dass „wir“ noch eine zusätzliche kategorie, namens gender-toilette, erhalten..schliesslich haben sich die personen bewusst für ein anderes geschlecht entschieden, welches zu respektieren gilt und so sollte entsprechend umgegangen werden.

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar! Genau das habe ich mich auch gefragt. Würde eine gemeinsame Toilette für Alle nicht weitere Türen aufstossen, die wir nicht geöffnet haben wollen? Es würde womöglich tatsächlich die Hürde verringern, solch kriminelle Taten zu begehen. Wahrscheinlich ist das nicht mal wirklich sehr schwarzmalerisch, sondern einfach die traurige Realität. Deshalb sehe ich auch als einzige Möglichkeit in so einem Fall, dass die Kabinen dicht verriegelt sind wie bei McClean. Solange man oben und unten durchschauen kann, ist eigentlich niemand jemals sicher. Eine wirkliche Lösung habe ich aber eigentlich auch nicht.

      Ausser: Es so belassen und keiner Person je ein schlechtes Gefühl geben, wenn sie die Toilette benutzt, die sie für die richtige hält.

  2. Anstelle Inclusion zu leben separieren wir immer wie mehr. Separate Toiletten als Argument der Integration von Menschen die (gerade noch) nicht eindeutig Frau/Mann sind, erscheint mir als Unfähigkeit im Umgang mit dem Anderssein (sowohl seitens der Anbieter_Innen und Nachfragenden). Die Frage ist doch viel mehr: wie schaffen wir ein vielfältiges Miteinander, in welchem wir uns wohl und sicher fühlen? Da scheint mir die Toilettenfrage zu kurz gefasst. Genauso ungelöst ist übrigens die Frage: welcher Glaube unter welchem Boden und wer neben wem liegen kann: die Intoleranz hört nicht mal dann auf wenn der Atem weg ist 😏🙄

    1. Auch Dir danke ich sehr für deinen Kommentar. Die Unfähigkeit, mit dem Anderssein umzugehen, ist leider ein sehr allgegenwärtiges Thema. Wie du das genau richtig auch angesprochen hast. Aber tief in mir möchte ich hoffen, dass es mehr tolerante als intolerante Menschen gibt. Intoleranz ist wohl einfach die lautere Eigenschaft.

      Wir sind alle so gleich und so individuell. Warum können wir nicht einfach uns selbst sein und den Planeten, die Länder, die Städte, die Toiletten und die Gräber teilen?

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