24. Februar 2016 um 12:00 Uhr

Broadchurch – Review

2013 begann ich aus drei Gründen Broadchurch zu schauen. Aus einem komplett anderen habe ich nicht mehr weitergeschaut.

broadchurch

Broadchurch ist eine sehr britische Serie. Sie ist interessant, eigen, tiefgründig, irgendwie dunkel lustig und zum Teil echt langsam. Sie ist so britisch, dass man es sogar bemerkt, obwohl selten jemand Tee trinkt. So ein Riesenfan von langsamen britischen Produktionen bin ich aber eigentlich nicht. Ich mag es zwar seltsam und tiefgründig, aber es soll auch mal ein bisschen rumpeln. Deshalb hätte mich ein britischer Krimi auch nicht unbedingt interessiert. Ich wurde nur darauf aufmerksam, weil zwei Schauspieler aus Doctor Who mitspielen. Als ich dann den Trailer sah, war ich plötzlich sehr interessiert: Die Klippen dieses Dorfes gefielen mir so gut! Ja, ich habe ein Faible für Felsen.

Nun ich schaute es also. Ein Kind starb und man suchte 7 Episoden lang den Mörder. Es war sehr schön gefilmt, sehr gut geschauspielert, ziemlich bedrückend und ab und zu sogar spannend. Aber irgendwie all dies nicht genug um über die Längen hinwegzutäuschen. Es gefiel mir recht gut, war mir aber wirklich generell etwas zu langweilig.

Trotzdem freute ich mich sehr, dass es eine zweite Staffel geben sollte. Und irgendwie war ich darüber auch total gut informiert. Bis zu dem Zeitpunkt an dem sie tatsächlich ausgestrahlt wurde. Aus unbekannten Gründen hatte ich das total verpasst und erst bei Episode 3 bemerkt. Zu spät um im Nachhinein noch etwas aufzunehmen. Ich war traurig, redete mir aber ein, dass es eh langweilig gewesen wäre.

Vor einigen Wochen begann dann das schweizer Fernsehen mit der Ausstrahlung der zweiten Staffel und ich nahm das zum Anlass, es endlich weiter zu schauen. Als ich erkannte, dass es die ganze zweite Staffel um den Gerichtsfall des Verbrechens der ersten Staffel ging, war klar: Das wird tatsächlich äusserst langweilig.

Und ich hätte mich wirklich nicht mehr täuschen können. Diese Staffel ging mir so unter die Haut, hat mich so in ihren Bann gezogen, dass ich sogar einige Male gleich zwei Episoden nacheinander schaute. Stellt euch das Mal vor! Ihr wisst, ich hasse Bingewatching. Ich fand es kaum eine Sekunde langweilig oder uninteressant. Gleichzeitig war es noch immer ebenso schräg, tiefgründig und bedrückend wie die Staffel zuvor. Vieles empfand ich oft sogar noch als bedrückender als in der Season davor.

Ich frage mich, warum mir die zweite Staffel so fiel besser gefiel. War es, weil ich sie auf Deutsch gesehen und deshalb «endlich» alles verstanden habe? Oder weil mir die Charaktere nun mehr bedeuteten? Oder war die zweite Staffel tatsächlich besser geschrieben? Ich tippe auf Letzteres und bin überzeugt, dass es das Erste nicht war.

Wer einem Krimi und etwas Britishness nicht abgeneigt ist, sollte sich Broadchurch auf jeden Fall anschauen. Die erste Staffel gibt’s auf Netflix, die zweite hoffentlich bald auch.

Cheers
Pfoffie

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