22. Februar 2016 um 11:55 Uhr

Die Durchsetzungsinitiative gehört in jedem Fall abgelehnt.

Sind wir nicht zu erwachsen um Rassen zu trennen und uns vor Fremdem zu fürchten?

durchsetzungsinitiative

Das hat nicht mal viel damit zu tun, ob es Okay ist, wenn man als Ausländer eine Straftat begeht. Wir haben in unserem wunderbaren Land wunderbare Gesetze die ganz klar regeln, was bei einem Verbrechen geschieht. Klar möchte ich nicht, dass Ausländer in der Schweiz irgendwelche Verbrechen begehen. Das liegt aber daran, dass ich generell nicht will, dass jemand ein Verbrechen begeht. Aus eigener Erfahrung weiss ich jedoch, wie schnell man aus Versehen etwas «Verbotenes» tut und dafür verurteilt werden kann. Es passiert halt und dafür muss gerade gestanden werden. Da sind bisher alle vor dem Gesetz gleich und das sollte auch so bleiben.

Die Argumente der Unterstützer sind lächerlich. Man sagt unsere Steuergelder würden für Straftäter ausländischer Herkunft vergeudet. Diese Aussage hat zwei Probleme: Einerseits werden diese Gelder für alle Straftäter gleichermassen «vergeudet». Mir ist nicht klar, inwiefern ein Schweizer Mörder mehr Anrecht auf einen Schweizer Gefängnisaufenthalt hat, als ein ausländischer. Andererseits, und das ist noch viel wichtiger, werden die bösen Ausländer meines Verständnisses nach erst nach dem Absitzen der Strafe des Landes verwiesen. Auch wer sagt «Dann nimm du doch 5 Flüchtlinge bei dir zuhause auf!» hat’s nicht so im Oberstübchen. Die beiden Themen haben nicht das geringste miteinander zu tun. Die Anzahl Flüchtlinge verändert sich dadurch nicht.

Aber auch das umgekehrte argumentieren ist müssig. Ich könnte diverse Beispiele «unbescholtener», in der Schweiz lebender Ausländer bringen. Darunter zum Beispiel meine Japanischlehrerin und ihre Tochter, die aufgrund japanischer Gesetze keinen Schweizer Pass haben können. Ich glaube auch mein guter Freund Dreamy ist «nur» Österreicher und besitzt keinen Schweizer Pass. Auf solche Aussagen reagieren die Befürworter aber mit «aber die betrifft das doch gar nicht! Oder haben sie vor, kriminell zu werden?»

Wir werden hier konfrontiert mit einer genauso trojanischen Initiative wie die der CVP. Da die SVP aber nicht ganz so viel Grips hat, ist sie viel weniger gut verschleiert. Es geht darum, die Tür zur Ausländerfeindlichkeit weiter zu öffnen und den sinnlosen Hass weiter zu schüren.

Ich bin von einigen wenigen Menschen in meinem Umfeld schockiert und enttäuscht. Zum Glück scheint aber der Grossteil meiner Freunde nicht auf diese Scheisse reinzufallen. Das hat nichts mit Links oder Rechts zu tun. Nichts mit Konservativismus. Es ist einzig und allein sinnlos bösartig und das ist nicht nur meine Meinung, weil ich im Herz ein linker Gutmensch bin. Und selbst wenn: Warum sollte es irgendwer vorziehen, ein Bösmensch zu sein?

Zuhause ist, wo das Herz ist. Das Herz ist da, wo die Freunde, das Leben und die Liebe sind. Und genau dort sollte man auch sein, wenn man für irgendwas bestraft wird.

Was mich dazu bewegt hat, so spät doch noch etwas dazu zu sagen, erzähle ich euch morgen.

Cheers,
Pfoffie

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