29. Januar 2016 um 12:00 Uhr, 1 Kommentar

Atheisten glauben nicht (an nichts)

Atheisten führen ein tristes und trauriges Leben, weil es für sie keine Wunder gibt.

wundtheist

Diesen Satz musste ich in letzter Zeit wieder öfter überhören. Interessanterweise spricht eigentlich selten jemand direkt mit mir über dieses Thema. Ich bin aber wahrscheinlich diesbezüglich auch ein langweiliger Gesprächspartner, weil ich den Glauben anderer nicht in Frage stelle. Das Gute am Nichtglauben ist, dass einem niemand einen Vorwurf machen kann. Denn unter’m Strich sage ich nicht, dieses und jenes gibt es nicht. Ich glaube einfach nicht daran.

Viele denken «Atheisten glauben daran, dass es keinen Gott gibt». Das ist jedoch nicht ganz korrekt, die meisten Atheisten sind eigentlich Agnostiker und glauben nicht. Sie haben über Gott die gleiche Meinung wie über Elfen, Drachen und Einhörner: Wäre toll, wenn es sie gäbe aber leider spricht eher wenig dafür. So entfällt auch die Beweislast. Es gibt keine Beweise für die Nichtexistenz Gottes. Man kann etwas negatives aber auch nicht beweisen. Ich habe selber lange gebraucht um das zu verstehen … wahrscheinlich sollte ich mal darüber bloggen. Aber heute geht’s mir eigentlich um die Wunder.

Ein Wunder ist ein Ereignis in Raum und Zeit, das menschlicher Vernunft und Erfahrung und den Gesetzlichkeiten von Natur und Geschichte scheinbar oder wirklich widerspricht. Das ist eine Definition laut Wikipedia und ich bezweifle tatsächlich, dass es so etwas gibt. Führe ich deshalb aber ein tristes Leben? Ich glaube nicht. Trotz dem Fehlen von übernatürlichen Ereignissen bin ich oft verwundert. Verwundert über Zufälle, über das manchmal so unglaubliche Zusammenspiel von wissenschaftlichen Fakten, ab und zu sogar über seltsamen Programmcode. Ich bewundere so viele Menschen, Gebäude, Produkte, Schöpfungen und Leistungen. Den Sohn einer Freundin aufwachsen zu sehen ist einfach wundervoll und das Wetter kann so wunderbare Kulissen zaubern. Ich durfte viel Unglaubliches und auch Unfassbares erleben. Mir sind selbst Dinge passiert, die für mich unerklärlich waren oder womöglich sogar noch immer sind. Das heisst aber nicht, dass man sie nicht erklären könnte.

Mir passiert gleich viel tolles überraschendes, gleich viele Wunder wie allen anderen. Ich sehe darin einfach keine Beweise für Götter mehr. Für mich ist ein Wunder ein Ereignis, dessen Zustandekommen man sich nicht erklären kann, so dass es Verwunderung und Erstaunen auslöst. Das muss nichts mit Göttern oder anderen übernatürlichen Wesen zu tun haben.

Schliesst meine Einstellung die Existenz eines übermenschlichen Schöpfers aus? Ich glaube nicht.

Pfoffie

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