27. Oktober 2015 um 11:57 Uhr, 5 Kommentare

Die riesenhaften Wesen im Wald

Der Auftakt zu meinen wahren Gruselgeschichten machen die riesigen Wesen im Wald. Als Kind habe ich sie in klaren Mondnächten weit weg gesehen. Als Erwachsener sah ich sie näher. halloween2

Von meinem Kinderzimmer aus sah ich früher direkt zum Rotzberg. Er ist zwar kein besonders hoher Berg, aber ausser dem Stanserhorn sah ich dahinter nur Himmel. Da er nicht so hoch ist, hat er auf seinem Kamm (der nur von der Stansstaderseite wie ein Kamm aussieht) noch Bäume. In gewissen klaren Nächten, wenn der Mond direkt hinter dem Rotzberg aufging, sah ich das Mondlicht durch den Wald hindurch schimmern. Ziemlich oft konnte ich dann riesige Wesen beobachten. Sie wanderten auf dem Kamm umher und schlichen durch den Wald. Sie waren so gross wie die Bäume aber mussten ganz dünn sein, denn ich konnte sie kaum richtig sehen. Alles was ich sah waren die ihre Schatten die hinter den Bäumen vorbeihuschten. Ich kann mich nicht erinnern, ob ich jemanden von Ihnen erzählt habe. Vielleicht, aber ich erzählte als Kind ja eh viel und man glaubte mir – wahrscheinlich berechtigterweise – kaum etwas.

Wie das mit solchen Dingen halt so ist, vergass ich sie irgendwann und wurde «erwachsen». 2005&6 machte ich den grossartigen Craftingkurs beim Dreamdancer. Einige Male im Jahr trafen wir uns in grösseren Gruppen und feierten Wicca-Feiertage. An einem dieser Gruppenevents, wahrscheinlich Samhain oder Beltane, standen wir im grossen Kreis um ein Feuer und machten Hexensachen.

Auf einmal spürte ich etwas hinter mir. Keine Berührung oder so, mehr eine «Anwesenheit». Halt das Gefühl eben, dass da irgendwas ist. Kennt ihr das? Dann drehte ich mich danach um und sah es in meinem Augenwinkel durch den Wald huschen. Ein riesiges, dünnes Wesen. Es schien selbst wie ein Baum zu sein. Ich hatte keine Angst sondern fühlte mich wohl, aufgehoben und beschützt. Das musste einer dieser gutmütigen Waldgeister sein, von denen ich inzwischen gehört hatte. Es war eine Freude, so etwas wieder zu sehen und endlich zu wissen, was es war. Ein Teil in mir war sich dennoch sicher, sich das alles nur eingebildet zu haben. Beim zurückdrehen meines Kopfes merkte ich aber, dass die junge Frau neben mir mich anstarrte. Schliesslich sagte sie: «Du hast es auch gesehen, oder?»

Bis morgen, Pfoffie

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