30. September 2015 um 12:00 Uhr

«Der Bär» – Ultrakurzprosa

Ich habe in meinen Notizen gestöbert und zwei supertolle Szenen gefunden, die ich nie ausgearbeitet habe. Beide möchte ich mit euch teilen. Heute: «Der Bär»baer
Jede Nacht sehe ich einen Bären. Im Traum. Ich schaue aus meinem Fenster und erwische ihn dabei, wie er an meinem Fenster vorbei geht. Manchmal bleibt er stehen, starrt mich durch das Fenster hindurch an. Ich habe das Gefühl er erkennt mich, sieht mich als das was ich bin. Ein Lebewesen, ein Mensch. Ich möchte hingehen, das Fenster öffnen, sein Freund werden. Aber ich tue es natürlich nicht sondern schlafe weiter. Manchmal erscheint er mir aber nicht freundlich, manchmal macht er mir angst. Wenn ich am Morgen aufwache, bin ich mir meist nicht wirklich sicher, ob es tatsächlich nur ein Traum war. Ich gehe zum Fenster und suche ihn, aber da ist kein Bär und auch keine Spuren. jetzt gerade bringe ich den Müll raus. Es ist schon sehr spät und eigentlich sollte ich schon längst im Bett liegen. Da steht der Bär und es ist kein Traum.

Ende

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