24. September 2015 um 12:00 Uhr, 3 Kommentare

Meine letzten Worte

… werdet ihr hier und heute nicht von mir lesen. Warum? Ganz einfach: Weil ich noch nicht tot bin. Aber: letzte

Ich habe ja am Dienstag schon erwähnt, dass mich das Thema Tod schon länger, beziehungsweise immer mal wieder beschäftigt. Vor einigen Monaten hatte ich die Idee für eine App – eine «letzter Wille»-App. Wie immer begann ich natürlich sofort sie auszuarbeiten und setzte schliesslich schnell die erste Web-Version um.

Am Anfang traute ich mich kaum davon zu erzählen. Ich dachte man würde mich für verrückt erklären. Eine App um seinen letzten Willen kund zu tun? Das kann sich nur so ein bescheuerter Technozombie wie ich ausdenken! Tatsächlich gab es auch diverse derartige Reaktionen. Einige Personen sahen aber offenbar meine Vision (oder lügten aus Freundschaft) und gaben mir auch grossartige Inputs. Zum Beispiel, dass ein letzter Wille via App niemals gesetzlich anerkannt würde. So kam es auch zum Rebranding zu «Letzte Worte».

Zentrales Feature von «Meine letzten Worte» ist der Totmannknopf. Alle paar Tage muss man sich einloggen und auf «ich lebe noch» drücken. Vergisst man das, wird man nach Ablauf der ersten Frist per E-Mail daran erinnert. Wird die nächste Frist verpasst, informiert das System eingetragene Empfänger, dass man an den Knopf erinnert werden sollte. Verpasst man schliesslich die dritte Frist, werden die letzten Worte veröffentlicht und die hinterlegten Freunde informiert.

Diese Worte werden auf dem Server natürlich nur verschlüsselt gespeichert und können von einem Hacker nicht einfach so gelesen werden. Auch gelöscht wird nichts. Bei jedem Speichern wird eine neue Version erstellt und im Todesfall werden alle Versionen miteinander freigegeben.

Die passende iPhone-App habe ich bereits entwickelt und ist aktuell im Fegefeuer der Applekontrolle. Als zusätzliche Features bietet die App natürlich eine Push-Erinnerung an den «ich lebe noch»-Knopf und die Möglichkeit, die letzten Worte via Videonachricht zu erstellen. Eine Android-App mit denselben Funktionen ist in Planung. Dazu aber morgen mehr.

Ja, das ist in etwa alles, was mein Service tut. Wie findet ihr das? Zu krass? Krank? Super? Unheimlich?

Auf letzteworte.rip könnt ihr euch gratis dafür anmelden. Einige Features sind deaktiviert und werden in Zukunft gekauft werden können. Euch Leser möchte ich aber natürlich kein Geld aus der Tasche ziehen! Deshalb werde ich alle Konten, die vor Sonntagabend registriert wurden, automatisch aktivieren. Na? 🙂

Danke fürs Lesen und das Interesse und womöglich bald schon das Vertrauen.

Cheers, Pfoffie

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