Ja ich weiss, ich bin etwas morbid. Ich machte mir schon immer Gedanken über den Tod, das Sterben und das Danach. Es scheint mir wichtig, das nicht tot zu schweigen (haha!) sondern sich damit auseinander zu setzen. Schliesslich weiss man nie, was die nächste Stunde bringt.

happycadaver

Ich bin letzte Woche ja allein auf das Stanserhorn gewandert und da gab es schon die eine oder andere knifflige Situation. Es gab sogar eine Situation in der ich dachte: «Jetzt wärst du beinah in den Tod gestürzt!» Ich kann euch eines sagen: Ich bin noch nicht bereit den Löffel abzugeben. Es gibt noch viel zu viele unerledigte Dinge, viel zu viele Ideen und Projekte die ich noch erschaffen möchte. Dennoch: Hätte ich beim Wandern ins Gras gebissen, wäre das für mich in Ordnung gewesen und ich hoffe, das wäre es auch für meine Freunde und Verwandten.

Warum? Weil ich während einer Tätigkeit das Zeitliche gesegnet hätte, die ich liebe. Jeder Schritt auf diesen Berg hat mir Spass gemacht. Jeder Blick zurück auf kleine Dörfer und Seen hat mich glücklich gemacht. Als ich auf der Spitze des Berges stand, dachte ich: «Auch wenn ich morgen die Radieschen von unten sehen müsste, hätte ich sie jetzt zum Glück noch von ganz weit oben sehen können.»

Und wie schaffe ich das nun, «Glücklich Sterben»? Ganz einfach: Ich werde Dinge die mir keinen Spass und mich nicht glücklich machen immer weniger zulassen. Natürlich kann man das nicht verhindern, aber ich werde nicht mehr freiwillig in die Speere laufen, wenn es nicht nötig ist. Und ich werde meine eigenen Projekte so stark fördern wie es nur geht.

«Werden» ist eigentlich das falsche Wort, weil ich das ja schon seit einiger Zeit so mache. Aber es noch bewusster zu tun, macht bestimmt sinn.

Lustigerweise lief gerade jetzt, während ich das schrieb, «Seasons In The Sun». Wie unheimlich passend.

Was meint ihr? Bin ich morbid mich mit sowas zu beschäftigen? Oder machen sich auch andere solche Gedanken?

Cheers, Pfoffie

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4 Kommentare

  1. Ich finde es gut, wenn man sich damit befasst… denn am Ende… ist es doch das Ziel ein glücklicher Mensch gewesen zu sein, oder? Und das erreicht man genau, wenn man wie du, beginnt, Dinge zu tun, die man liebt, und Dinge zu vermeiden die man weniger liebt… hasst 😀

    ich denke, es sollte immer so sein, dass die bevorzugten Dinge überwiegen. Damit man sich als glücklichen Menschen bezeichnen kann. Ich denke auch immer… es ist doch schöner, gesund und glücklich zu sterben, als jahrelang krank zu sein, und am Schluss nicht mehr zu wissen, was Glück bedeutet.. bevor man stirbt. richtig? Schöner Beitrag. Auch deine Wanderung habe ich letzte Woche verfolgt und gedacht: René macht es richtig!

  2. Ich sehe es anders.

    Sicherlich kann ich den Wunsch nachvollziehen, «glücklich» zu sterben, doch was interessiert mich mein Tod, wenn ich es nicht schaffe, in der «Gegenwart» glücklich zu sein. Glück finde ich weder in der «Vergangenheit» noch in der «Zukunft».

    Das Vergangene ist geschehen und daraus kann ich etwas für die Gegenwart lernen. Was die Zukunft bringt, das weiss ich nicht und somit ist sie mir egal. Denn, ich lebe in der Gegenwart und dort liegt das «Glück» haufenweise auf der Strasse.

    Warum reicht es nicht, dass man sich über jeden Schritt, den man macht, Spass macht. Warum reicht es nicht, die Aussicht in der Gegenwart zu geniessen, ohne dass man «zurück» schaut.

    Was interessieren mich die unerledigten Dinge, denn ich kann so viel erleben «erledigen» wie man will, es wird immer unerledigte Dinge geben, wenn ich meinen Löffel abgeben werde. Es ist doch wichtig, dass ich jetzt glücklich bin, selbst wenn ich in der Gegenwart über Hindernisse stolpere.

    Glücklich sein heisst für mich, das «Gute» in der Scheisse zu sehen und nicht etwas erreicht zu haben. Glücklich sein bedeutet für mich, nicht zu wissen, was mich erwartet.

    «Glücklich zu sein bedeutet in der Gegenwart zu leben»

  3. Ich denke nicht, dass alle, die in der Gegenwart leben, generell glücklich sind. Ich bezweifle es sogar sehr stark. In der Vergangenheit zu leben ist natürlich noch viel schlimmer, ja. Aber wir sind Menschen und haben die unglaubliche Fähigkeit, in die Zukunft zu schauen. Wir sind nicht darauf angewiesen, einfach unserem unbedachten Instinkt zu folgen. Wir können berechnen und sehen, was wahrscheinlich in der nahen Zukunft liegt. Natürlich gibt es für nichts eine Garantie und genau das wollte ich mit meinem Artikel sagen. Ich möchte nicht in der Zukunft glücklich sein. Nein, ich möchte die Chance erhöhen, zum Zeitpunkt meines Todes auch noch glücklich zu sein. Die Chance darauf erhöhe ich, indem ich bewusst im Jetzt glücklich bin und dafür sorge, auch im Morgen noch glücklich zu sein.

    Wer nur im Jetzt lebt, nimmt alles so hin wie es kommt. Wer in die Zukunft schaut, formt sie mit und wird ein Teil davon.

    Wie Miri gesagt hat, «indem man beginnt». Irgendwo muss man anfangen, einen Startpunkt setzen.

    Danke euch beiden fürs Lesen und Kommentieren. Ich finde es sehr spannend, eure Meinung zu sehen.

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