11. September 2015 um 12:05 Uhr

Game-Review: Until Dawn

Ein Horrorgame mit echten Schauspielern und einem grossen Hype drumrum? Das kann nur schlecht werden. Oder?myDawn

Bei Until Dawn geht es um eine Gruppe Jugendlicher die ein Jahr nach einem «schrecklichen Vorfall» wieder an den Ort des Geschehens zurückkehren. Sie erinnern sich kurz trauernd an den Vorfall und beginnen dann doch mit der Party. Natürlich wird’s schnell gruslig und unheimlich und gefährlich und tot. Das klingt alles sehr klischeehaft und ich kann euch ohne das kleinste etwas zu spoilen bestätigen, dass es dies auch absolut ist. Offenbar war das sogar die Intention der Macher.

Es handelt sich bei Until Dawn aber nicht um einen Shooter. Man ist sogar ausgesprochen selten mit Waffen ausgestattet. Until Dawn spielt sich ähnlich wie Heavy Rain oder Beyond: Two Souls – einfach mit Gruselfaktor. Man spaziert ein bisschen herum, trifft Entscheidungen, tut Dinge oder tut sie eben nicht. Die Macher versprechen den Butterfly Effect und sagen «kleinste Entscheidungen können später zu grossen Auswirkungen führen». Das Ziel des Spiels ist es, mit allen Protagonisten die Nacht zu überleben. Bei mir haben von den acht gerade mal vier überlebt.

Die Grafik gefällt mir eigentlich gut. Sie ist nicht mega krass high-end superrealistisch aber effektiv. Und das ist es, worauf es ankommt. Die Lichteffekte sind gut und sehr gekonnt eingesetzt. Die Charaktere sind zwar  etwas schlecht gemacht, aber das störte mich nicht. Was mich jedoch störte, war der seltsame Nebel, der aus Bäumen, Treppen, Wänden und irgendwie allem herausströmte. Er wirkte nicht sehr realistisch und eher wie drauf geklebt.

Die Story ist interessant und war für mich sogar teilweise überraschend. Ich habe ja schon gesagt, dass das ganze Setting sehr klischeebelastet ist und das ist auch bei der Story so. Das tut dem ganzen aber in keiner Weise etwas ab. Es ist immerzu unheimlich und ich habe mich wirklich, wirklich gegruselt. Auch erschrocken habe ich mich einige Male. Ich fürchtete mich so stark, dass ich mich manchmal kaum weiterzuspielen traute. Das Game hat also ganz genau geschafft, was ich von ihm gehofft hatte.

Achtung: Der letzte Abschnitt könnte ein Spoiler sein. Ich halte es für wichtig, das Spiel mit so wenig Vorwissen wie möglich zu spielen. Deshalb vorher mein Fazit: Das Game ist toll und meine Erwartungen wurden mehr als nur erfüllt. Die Schauspieler, allen voran Hayden Panettiere, leisten tolle Arbeit. Die deutsche Synchro ist gut, ist aber sehr schlecht abgemischt. Ich habe mich gegruselt, es war unterhaltsam und dauerte nicht zu lange. Alles in allem seinen Preis wert!

Ab hier also ein kleiner Spoiler: Ein bisschen enttäuscht bin ich vom «Butterfly Effect». Es ist zwar auf jeden Fall so, dass Entscheidungen gewisse – manchmal auch sehr extreme – Auswirkungen haben. Dennoch gibt es einen roten Faden, der wahrscheinlich immer gleich bleibt. Die Story mäandert an diesem roten Faden entlang und führt dann zu ein paar verschiedenen Enden, die wahrscheinlich gar nicht so unterschiedlich sind. Das nimmt dem Spiel aber schlimmstenfalls etwas den Wiederspielwert.

Entwickler: Supermassive Games
Publisher: Sony Computer Entertainment
Plattform: PS4
Altersfreigabe: USK 18 / PEGI 18

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