27. August 2015 um 12:03 Uhr

Wie viel «Wort» muss man noch kennen?

Dies ist eine kleine Selbststudie darüber, wie viel man noch wirklich schreiben und wie gut man all diese rter noch kennen muss.

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Ich bin wirklich eine sehr faule Person und immer offen für Dinge, die mir das Leben vereinfachen. In der digitalen Welt scheint es stets neue solche Dinge zu geben. Vor allem wenn es um die Art und Weise geht, Daten einzugeben. Ich habe euch ja schon erzählt, wie ich Siri zum Teil Texte diktieren. Ein bisschen unpraktisch ist das aber schon. Was ich aber wirklich oft benutze, ist Autovervollständigung.

Auf Hochdeutsch, auf Englisch und in quasi jeder Programmiersprache. Das funktioniert wirklich sehr gut und wird auch tatsächlich besser. Bitte nicht missverstehen: ich benutze nicht Autokorrektur. Das nervt mich, vor allem weil ich oft auch auf Schweizerdeutsch schreibe. Aber diese Buttons oberhalb der Tastatur sind schon sehr hilfreich. Im Falle der Programmierhilfen schreibe ich sogar kaum noch selbst etwas ganz.

Das brachte mich auf die Frage: Wie viele Buchstaben der Wörter schreibe ich eigentlich noch? Um das herauszufinden, habe ich den bisherigen Text auf dem Handy nachgeschrieben und die wirklich auf der Tastatur gedrückten Buchstaben fett hervorgehoben. Mit einigen Wörter hat das System mehr Mühe als mit anderen. «Programmierhilfen» kennt es gar nicht und kann deshalb wohl auch nicht erraten, dass ich danach etwas «schreibe». Von den 807 Buchstaben musste ich nur 282 selber schreiben. Das ist ungefähr ein Drittel. Theoretisch könnte ich mit den Vorschlägen also dreimal schneller schreiben. Ich frage mich, ob der Effekt gleich stark wäre, wenn ich die Vorschläge seltener benutzte. Ich benutze das wirklich so oft. Selbst auf Schweizerdeutsch. Wenn das vorgeschlagene Wort richtig und passend genug tönt und ich vielleicht einfach einen Buchstaben entfernen oder hinzufügen mu(e)ss.

Meine Geräte können besser Deutsch, besser Englisch und besser programmieren als ich. Das liegt auf der Hand, weil sie Maschinen sind. Ist es nun klug, dies noch auszunützen? Ich mache mich damit ja immer mehr abhängig und verliere den direkten Bezug zu dem, was ich schreibe. Ich verlerne damit vielleicht die richtigen Schreibweisen der Wörter. Was wenn ich am Ende nur noch in Wortanfängen denke, weil ich mich gewohnt bin, dass eine Maschine für mich zu Ende denkt? Ich rede mir ein, dass ich aber sogar etwas lerne, denn die Systeme weisen mich ja auf Fehler hin. Die Fehler sind aber mit nur einem Klick schnell gelöst und vergessen. Am ehesten lerne ich wohl noch, dass eine rote Linie unter dem Wort ein Fehler bedeutet.

Oder bin ich mal wieder zu schwarzmalerisch? Wäre es eigentlich etwas Gutes und das einzig Negative ist das immer fauler werden? Man könnte mir nun vorschlagen, es halt eben einfach nicht zu tun, wenn es mich stört. Aber sind wir mal ehrlich: Diese Dinge werden sich immer mehr durchsetzen. Man kann entweder mitmachen oder stehen bleiben. Vorerst entscheide ich mich für das Erste, auch wenn es mich denkfauler macht. Dafür habe ich in meinem Kopf mehr Platz an anderen Dingen herum zu studieren. #AusredeNr1.

Ich habe mich übrigens noch gefragt, ob es ein Wort gibt, das ich immer ganz ausschreiben muss. Und ja, es gibt sogar mehrere: Meine Passwörter. Im Kontrast dagegen steht meine E-Mail-Adresse oder das Wort «Pfoffie». Beide muss ich seit Jahren kaum mehr komplett ausschreiben.

Cheers und e schöni Woche,
Pfoffie

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