21. August 2015 um 12:01 Uhr

Meine Reaktion zur Story von Toy Story 4

Toy Story war grossartig, Toy Story 2 fand ich sogar noch besser. Auch Toy Story 3 war super. Warum also meine Angst? Ganz einfach: Ich glaube sie schiessen sich in’s eigene Bein.
toystory4
Vor Fortsetzungen habe ich eigentlich immer ein bisschen angst. All zu oft sind sie nämlich nur ein sehr budgetbilliger Versuch, eine Cashcow weiter zu melken. Andere Regie, anderes Team und vom vorherigen Film noch 2 Schauspieler für den Trailer. Pixar war da bisher eigentlich immer anders. Ausser Cars 2, den ich wohlwollend gerade mal «naja» finde, fand ich auch die Fortsetzungen der Pixar Filme super.

Bei Toy Story 3 hatte ich damals zwar schon meine Zweifel ob das gut werden könnte. Und ich war total überrascht, dass es gut war. Sogar sehr gut. Nicht mehr so gut wie vorher, aber noch immer vieles anderes übertreffend. Nun wurde ein Abriss der Geschichte von Toy Story 4 veröffentlicht und ich habe damit eigentlich nur ein einziges Problem.

Zuerst aber: Was genau ist denn die neue Story? Laut Mr. Lasseter werden sich in Toy Story 4 Woody und Buzz auf die Suche nach Bo Peep (die Porzelanhirtin) machen. Es werde lustig, romantisch und eine Liebesgeschichte. Ja, das ist auch schon alles, was wir wissen.

Einige Leute im Internet finden, das klinge total öde. Aber das ist nicht mal meine Sorge. Dass die Leute bei Pixar was supertiefgründiges und spannendes erschaffen werden, bezweifle ich nicht mal. Und ich «befürchte» sogar, dass mir der Film gefallen wird. Mein Problem mit der Story ist, dass sie nach «Monster of the week» klingt.

Bei TV-Serien nennt man eine Episode «Monster of the week», wenn sie mit der Gesamtgeschichte nichts zu tun hat. Die zentralen Charaktere also am Anfang und am Schluss von der Entwicklung her an der gleichen Stelle wie zuvor sind. Inhalte aus einer «Monster of the week»-Episode werden wohl ab und zu noch erwähnt im Stil von «Weisst du noch als wir jenes Monster da bekämpft haben?» könnten aber auch ohne Einbussen weggelassen werden. Wie in einer Kinderserie, die zu Beginn jeder Episode wieder auf die Ausgangslage zurückgespult wird. Das ist natürlich super für Pixar. So können Sie immer und immer und immer mehr Toy Story Filme machen, bis das Rotten Tomatoes Rating unter 50% sinkt.

Lustig ist, dass nicht mal das mein eigentliches Problem ist. Mein Hauptproblem mit Toy Story 4 liegt in Toy Story 3 begraben. Der ganze Film dreht sich darum, loszulassen. Andy geht zur Uni und muss die Spielzeuge loslassen. Die Spielzeuge wiederum müssen den Jungen loslassen. Man wehrt sich einen Film lang und alle erkennen dann, dass man aufhören sollte, wenn es am Besten ist. Diese Message fand ich grossartig. Ich kann mich kaum mehr an die Messages von Toy Story 1 und 2 erinnern – das will also etwas bedeuten. Über drei Filme hinweg sind die Charaktere gewachsen und gereift und haben am Ende diesen tollen, stimmigen Abschluss.

Pixar offensichtlich, hat aber seine eigene Message nicht verstanden. Schade.

Was haltet ihr davon?

Pfoffie

PS: Gut, auch Toy Story 2 war in gewisser Weise ein Monster of the Week.

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