17. August 2015 um 12:08 Uhr, 1 Kommentar

Tägliches Bloggen ist wie Twitter

Inhaltslos, schnell erschaffen und schnell vergessen. Trotzdem ein Beacon?

Nein, nein, nein! Ich suche nicht nach Ausreden um nicht mehr an jedem Wochentag bloggen zu müssen. Würde ich nämlich damit aufhören wollen, würde ich es einfach so tun. einfach. so. Ja, ich habe auch schon erwähnt, dass es manchmal schwierig ist. Und ganz ehrlich: In den letzten Wochen wird es öfters schwieriger. Letzte Woche ging mir vergleichsweise gut von der Hand, aber jetzt für diese ist es wieder schwierig. So schwierig, dass ich SCHON WIEDER über das Bloggen blogge. Aber der Twitter-Gedanke kam mir tatsächlich vor Kurzem.

Mein grösstes Problem mit Twitter ist nämlich, dass ich kaum etwas mitkriege. So viele Leute twittern so viel, dass man vieles, das einen vielleicht interessieren würde, einfach verpasst. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Twitter ist ein ewig vor sich hin brabbelndes Gespräch vieler Leute. Was ich jetzt sage ist in zwei Minuten vergessen. Wenn etwas gesagt wird, das mich interessieren würde, ich bin aber grad nicht auf Twitter – tja, Pech gehabt. Man kann argumentieren, dass es mich ja auch gar nicht zu interessieren braucht. Man kann ja nicht vermissen, was man gar nicht erst erlebt hat. Und vielleicht verpasse ich auch gar nicht so viel, wie ich vermute … Aber dennoch.

twitblog

Was ich eigentlich sagen möchte, ist dass es sich beim täglichen bloggen ähnlich verhält. Die Inhalte sind (für einen langen Text) schneller erschaffen und die Qualität ist sehr schwankend. Das Tragischste ist aber, dass die einzelnen Beiträge unter gehen. Seit mein Blog lebendiger ist, habe ich mehr Zugriffe. Das kann ich nicht abstreiten. Auf lange Sicht haben die einzelnen Artikel aber bestimmt weniger Leser. Ganz einfach, weil sie täglich nach hinten verdrängt werden. Ich selber weiss ja schon kaum mehr, was ich vor zwei Wochen geschrieben habe. Wie soll ich das denn von anderen erwarten? Ab und zu (wenn auch quasi nie) habe ich nämlich wirklich tolle Themen und auch gute Texte (ich weiss, Eigenlob stinkt, aber ich erhalte ab und zu sogar wirklich Komplimente. Selten, ja, aber es gibt sie). Manchmal erinnere ich mich: «Darüber habe ich doch gebloggt?» und versuche es dann zu finden – und das ist dann gar nicht so einfach bei mehr als 900 Einträgen. Dann habe ich genau dieses Twitter-Problem.

Das Twitter-Problem habe ich aber auch, wenn jemand immer Montags nicht auf meinen Blog geht. Diese Person wird jeden Montagsbeitrag – also zum Beispiel diesen – verpassen! Und bei der Länge meiner Beträge wird sie kaum am Dienstag nach jenem Beitrag noch den vom Montag nachlesen. Aber ist denn das wirklich schlimm? Wahrscheinlich nicht. Ich bin ja eigentlich einfach irgendein niemand und sollte mich schon über einen einzigen Leser freuen. Was ich auch tue, aber trotzdem habe ich angst, jemanden nicht zu erreichen, den ich sonst vielleicht erreichen würde. Vielleicht sollte ich mir einfach nicht so viele Gedanken machen immer und über alles und mich auf das Wichtigste konzentrieren:

Ich schreibe also existiere ich. Und ich habe damit etwas erschaffen, dass Morgen noch existieren würde, selbst wenn ich es aus irgendeinem Grund nicht mehr täte. Es ist ein Beacon, mein persönliches Monument, an dem ich seit 2006 arbeite. Und das reicht.

Habt eine gute Woche!

Pfoffie

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