7. Juli 2015 um 12:40 Uhr

Game-Review: Life is strange

Dieses Spiel erzählt in fünf Episoden von Max Caulfield, einer 18 Jahre alten Studentin, die herausfindet, dass sie in der Zeit herumreisen kann. Damit wäre schon die komplette Prämisse erzählt. Leider klingt das viel lahmer, als es in Wirklichkeit ist.
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Zeitreisen sind gar nicht schräg

Aber bleiben wir vorerst bei lahmen Dingen: Es spielt sich gut und flüssig, aber auch sehr langsam. Man geht viel herum, tut was, klickt und liest und denkt nach. Man kann zwar rennen, aber schnell ist das Spiel nicht. Das ist nicht schlecht, aber man sollte es vor dem Kauf wissen.

Life is Strange ist Story- und manchmal Rätsellastig. Ein solches Spiel muss eines von beidem gut machen. Leider hapert es bei den Rätseln. Die Zeitreise-Rätsel sind lustig und manchmal schwierig. Leider sind sie bisher nie so timey-wimey wie ich mir das vorstelle. Als Doctor Who und Star Trek Fan bin ich mich aber wohl einfach anderes gewohnt. Einige dieser Rätsel sind auch doof: Tausend Mal zurückspulen um den richtigen Knopf, die richtige Info zu finden. Es gibt auch «normale» Rätsel. Einige habe ich nicht mal als solche erkannt. Andere waren doof und/oder unglaublich langweilig. Ich möchte die Rätsel nicht generell kritisieren, aber man könnte da mehr machen.

Zum Glück ist dafür die Story super. Bei Zeitreisen bin ich ja eh sofort hin und weg. Aber Life is Strange hat mehr: Die Charaktere und deren Leben – insbesondere ausserhalb aller Übernatürlichkeiten – sind sehr interessant und wirken realistisch. Alle Leben sind seltsam und das kommt sehr gut rüber. Natürlich ist Max’ Zeitreisen aussergewöhnlich, aber nicht unbedingt schräg. Eigentlich könnte ihr Leben sogar weniger seltsam werden. Bei Zeitreisen sind Paradoxa und Wendungen ein Muss. Als Doctor Who und Star Trek Fan (Ja, ich möchte das ein zweites Mal erwähnen) sollte mich nichts mehr überraschen. Der wahre Cliffhanger der dritten Episode hat mich aber aus den Socken gehauen!

Die Grafik ist okay und sehr detailliert. Es gibt viele Anspielungen auf ähnliche Werke. Die Dialoge wirken etwas gestelzt, aber Sprüche wie «Go fuck your Selfie» sind einfach grossartig. Der schlimmste und beste Spielmechanismus ist der Schmetterling. Er zeigt, dass die Handlung Auswirkungen auf die Zukunft haben wird. Ich habe einige Szenen immer wieder zurückgespult, weil ich mich kaum entscheiden konnte, was ich nun genau machen will und wen ich damit wohl in welche Gefahr bringen könnte.

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