22. Mai 2015 um 12:07 Uhr, 3 Kommentare

Jeder hat irgendwie recht.

Ich kenne das Prinzip der eigenen Realität schon lange. Doch erst jetzt glaube ich es richtig verstanden zu haben. Und da es irgendwie zur Woche passt, spreche ich auch gleich darüber. natürlich!

Eigentlich dachte ich immer, das würde nur für Spirituelles gelten. Und wirklich glauben (oder eher akzeptieren) konnte ich das nicht. Christen konnten auf keinen Fall recht haben. Nicht mal irgendwie. NEIN!!! DAS KONNTEN SIE NICHT!!! Ich hoffe ich habe diesen Standpunkt somit klar gemacht. 🙂

Inzwischen sehe ich das etwas milder an. Ich lasse jedem seinen Glauben und bewerte keine Glaubensrichtung besser oder schlechter. Zumindest nicht im Bezug darauf wie «Wahr» sie ist. Aber eigentlich möchte ich gar nicht über Religion und Glauben sprechen, sondern über Homöopathie.

rechthaben

Nicht nur Homöopathie, sondern auch viele andere Dinge. Gerade eben habe ich von einer Studie gelesen, die herausfand, dass «Die Wirkung von Homöopathie nicht unterscheidbar ist von der Wirkung eines Placebos». Bedeutet das nun, dass Homöopathie nicht funktioniert? Was ist mit den wievielauchimmer Prozent der Menschen, bei denen es wirkt? Ja, die Wissenschaft nennt es Placebo, die anderen nennen es Homöopathie. Ist es wirklich wichtig? Bei mir haben die homöopathischen Globuli nie gewirkt. Als wissenschaftsnahe Person würde mir ein Placebo wohl besser helfen. Man sollte eine Studie nur mit «Placebos» machen. Den Personen, die an Homöopathie glauben, sagt man es sei Homöopathie. Den anderen sagt man es sei das allerneuste Chemieprodukt von Rochartis.

Homöo hat bei mir ja nie gewirkt. Aber ich selber habe auch eine dieser «wissenschaftlich fragwürdigen» Methoden erfolgreich angewendet: Metabolic Balance. Ich hatte damals im Fitnesscenter darüber gelesen. Man nimmt Blut, das wird analysiert und durch «wissenschaftliche Erkenntnisse» wird berechnet, was man essen darf und was nicht. Das hat sich so richtig angefühlt, dass ich es einfach ausprobieren musste. Und bäm tsing puff. Ich wurde skinny (naja). Deshalb finde ich, sollte man niemandem sagen, dies oder das stimme oder funktioniere nicht. Wenn es bei der Person funktioniert, ist der Grund doch egal.

Noch schlimmer ist das recht Haben übrigens bei Meinungen. Früher war ich davon überzeugt, dass es bei politischen Fragen eine richtige Antwort gibt. Oder dass es bei ethischen Fragen eine richtige Antwort gibt. Aber die gibt es nicht. Soll man nun die Produktion von mehr Embryonen erlauben oder nicht? Sind die Ängste der Konservativen oder die Visionen der Progressiven Hirngespinste? Es gibt keine richtige Antwort darauf. Wir können nur das tun, was uns richtig erscheint und schauen was passiert. Vielleicht sollte ich Tarot-Karten legen? Nein, das fühlte sich wohl nicht richtig an.

In meinem Inneren glaube ich aber übrigens noch immer sehr stark daran, dass es irgendwie eine einzige, wirklich wahre Wahrheit gibt. Wahrscheinlich ist das meine Version von Gott. Eine generelle Wahrheit, ein generelles richtig. Womöglich sollte ich wirklich eine Sekte gründen. Wahrheitsionismus. Meine Jünger und ich fänden dann stetig auf jede Frage die empirisch richtigste Antwort heraus. Obwohl, das klingt so langweilig… ich gehe davon aus, dass nur meine Jünger das dann tun würden. Ich würde einfach ein Buch darüber schreiben oder so. Ihr könnt mich L. René Jossard nennen.

Fazit: Wenn alle irgendwie recht haben, müsste rein logisch gesehen am Ende niemand recht haben. Vielleicht ist das diese wirklich wahre generelle Wahrheit.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.

Pfoffie

3 Gedanken zu „Jeder hat irgendwie recht.“

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