27. März 2015 um 12:05 Uhr

#Hashtag #Nachtrag

#Sprache #Vereinfacht #Zusammengefasst #Degeneration #DeEvolution #NeuSprech #NeandertalerGestern Sprach ich noch mit einem Kollegen über das Hashtagthema. Er brachte einige Argumente, an welche ich nicht gedacht hatte. Ich war überrascht, dass er meine Meinung eigentlich teilte und fand, dass die Verwendung eines Wortes als Schlagwort tatsächlich seine Meta-Bedeutung verändert. Gerade rot fand er ein super Beispiel. Das freute mich natürlich. Dann machte er aber eine finstere, prophetisch apokalyptische Miene und meinte: Es gibt da aber drei Probleme.

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#1: Verlust von Meta-Informationen
Bei Twitter werden die Hashtags zwar verlinkt, dennoch sind die Meta-Informationen etwas sehr persönliches und individuelles. Nicht jeder denkt bei rot an Lava. Es ist also sehr schwierig zu steuern, wer nun was genau unter einem Schlagwort versteht. Zusätzlich kann sich niemand alles merken und unpopuläre oder selten «gefühlte» Informationen werden irgendwann verlorengehen. Deshalb sind ja Wörter und deren Definitionen eigentlich so wichtig und wahrscheinlich überhaupt erst erfunden worden.

#2: Verlust der eigentlichen Information
Ein Schlagwort dass sich mausert und überpopulär wird, läuft Gefahr, seine ursprüngliche Bedeutung zu verlieren. Das mag sich jetzt etwas seltsam und unrealistisch anhören. Und ihr denkt euch bestimmt, das kann doch gar nicht sein. Aber genau das ist bereits ohne Internet schon viele Male passiert. Es gibt einen Grund, warum ich meinen Nachnamen «J-O-2S-E-N» diktiere und nicht S-S sage. Oder warum wir Schweizer seltsam angeschaut werden, wenn wir von unserer Fussballmannschaft, der «Nati» sprechen. Auch hier ist rot wieder ein gutes Beispiel, oder vielleicht eher «Rotlicht».

#3: Verlust der Sprache
In der rasanten Zeit in der wir leben, passieren Dinge immer unglaublich schnell. Vieles verbreitet sich so schlagartig, dass es von uns als Spezies gar nicht wahrgenommen werden kann. Wie ein Virus. Im Falle der sogenannten Hashtag-Revolution. würden immer mehr und mehr Informationen in ein Wort gesteckt. Irgendwann wären wir dann wieder bei einer degenerierten Sprache ohne wirkliche Struktur. #truetrue #uh #oh und dann auf den Tisch zeigen, damit jeder weiss: Aha, dieser Menschenaffe spricht vom Tisch. Womöglich passiert das nicht heute oder morgen, aber es könnte passieren und zwar augenblicklicher als wir uns das Vorstellen.

Und deshalb finde ich Hashtags jetzt scheisse? Deshalb werde ich mich nun dagegen wehren und schon einen Tag nach meinem Hochpreisen die Verdammung und Verfolgung ausrufen? Nein. Denn die Befürchtung der Sprachdegenartion ist so alt wie die Sprache selbst. Ye old British hatten schon das Problem. Es gibt ein Zitat aus der Schulzeit von Shakespeare. Ein Lehrer sagte irgendwas wie «Die heutige Jugend kann kein Englisch mehr». Leider finde ich das Zitat gerade nicht, ihr müsst mir einfach glauben. Ich bin mir sicher dies wird noch heute ständig und für jede Sprache so zitiert, alter! Sprache ist immer in Bewegung und wird stets optimiert. Dagegen kann man nichts machen und ich bin mir sicher, dass wir das auch nicht müssen. Ist die Sprache nämlich zu degeneriert, werden die Menschen es bestimmt schaffen, dagegen anzukämpfen. Im Moment sind wir einfach in einer Phase, in welcher «optimieren» halt «vereinfachen» bedeutet.

Update: Eine sehr interessante Entwicklung … 20 Minuten-Beitrag über Hashtag-Missbrauch

#weekend #enjoy #montag #wieder

#pfoffie

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