1. Dezember 2014 um 12:47 Uhr

Game-Review: ALIEN – ISOLATION

Mit «Alien: Isolation» fühlt man sich auf jeden Fall zurück in die Vergangenheit gesetzt. Aber ob das für eine gute Spielerfahrung reicht?
Alien Isolation
Zurück in die 70er! Gut, in meinem Fall eher zurück in die 90er. Ich weiss noch, wie ein Freund mit einer VHS-Kassette zu mir nach Hause kam und wir (ohne Wissen oder Zustimmung unserer Eltern) «Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt» schauten. Die VHS-Kassette war körnig, rauschend, voller Fehler und der Film trotzdem gruselig. Dieses unheimliche, beklemmende Gefühl verfolgte mich noch wochenlang. Gerne hätte ich dieses nostalgische Gefühl wieder. Mit diesen neuen, kristallklaren HD-Filmversionen ist es aber einfach irgendwie anders.

Und dann kam Isolation. Selbst wenn das Game scheisse wäre, schafft es zumindest eines perfekt: Isolation sieht grossartig aus und fängt genau das Gefühl von damals ein. Die Logos und Ladebildschirme sind körnig und flimmern. Auch die in-game Grafik zieht dieses Vintage-Konzept weiter. Man hat darauf geachtet, viele Attribute des «alten Kinos» in die Darstellung aufzunehmen. Das fällt am meisten bei den Lichtern mit schmierigen Lense-Flares und harten Kontrasten auf. Alles wirkt irgendwie alt und futuristisch gleichzeitig. Es ist sehr detailreich modelliert und natürlich in brillantem HD. Die Grafik ist also hervorragend.

Aber Nostalgie und schöne Grafik hin oder her. Wenn das Herumlaufen auf nostromoähnlichen Raumstationen wegen einer schlechten Steuerung keinen Spass macht, bringt uns das auch nichts. Zum Glück ist das aber nicht so. Die Steuerung ist so, wie sie sein sollte. Das Rennen ist zwar etwas nervig umgesetzt, verschlimmert aber (auf positive Weise) noch die beklemmende, unheimliche Stimmung.

Genau diese Stimmung ist das Hauptargument für Alien: Isolation. Das Spiel ist wirklich unheimlich. Hinter jeder Tür hervor und aus jedem Schacht heraus könnte das Alien springen. Ein einziges Alien, das einen mit einem Schlag tötet, aber nicht getötet werden kann. Das Spiel ist weniger ein Shooter, eher ein dynamisches, nervenaufreibendes Versteckspiel. Die Bewegung des Aliens wirkt manchmal zwar sehr künstlich und schon fast peinlich animiert. Trotzdem macht man sich jedes Mal fast in die Hose, wenn man es irgendwo um eine Ecke tapsen sieht.

Eigentlich sollte ich der Aktualität halber eher Assassin’s Creed testen, aber das ist wie immer einfach dasselbe (diesmal übrigens in Paris). Isolation ist dagegen überraschend originell, wenn auch auf eine altmodisch anmutende Weise und im Kleid eines ordinären Ego-Shooters. Endlich mal wieder ein Horrorspiel, das seinen Namen verdient hat. Ein Tipp noch: Spielt es auf keinen Fall mit Kopfhörern — Mir hat das den Rest gegeben

Alien: Isoltaion
Entwickler: Creative Assembly
Publisher: Sega
Plattform: Xbox one, xbox 360, PS4, PS3, PC
Altersfreigabe: USK 16, PEGI 18
www.alienisolation.com

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