4. Mai 2014 um 11:03 Uhr, 2 Kommentare

Wieso Bubbletea beim Abnehmen hilft, weshalb es dieses Mal funktioniert und warum ich überhaupt abnehmen will

Was für ein unglaublich langer Titel.

Heute Morgen wog ich 88.9kg. Das ist seit mehr als 10 Jahren das erste Mal, dass mein Gewicht unter 90kg fällt.  Ich nehme das zum Anlass, diesen Post zu veröffentlichen.
imageMein Umfeld und mich beschäftigen seit einiger Zeit die drei Fragen aus dem Titel. Dieser Beitrag wird ein Versuch, sie alle zu beantworten. In umgekehrter Reihenfolge und erster Linie mir selbst.

Warum will ich abnehmen?

Französisch musste ich in der Schule lernen. Russisch waren die Lieder von t.A.Tu. Hebräisch ist die Muttersprache einer Bekannten. Chinesisch hat einer meiner Freunde gelernt. Dies sind vier Gründe für vier Sprachen, die ich einst zu lernen begann, aber irgendwann auch wieder damit aufgehört habe. Japanisch lerne ich einfach so, aus Interesse. Inzwischen seit unglaublichen 7 Jahren und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Warum lerne ich Japanisch? Einfach so. Wie ich das ja bereits im September 2011 beschrieben habe.

Dieses Schema, so scheint es mir, kann ich auch auf das Abnehmen anwenden. Früher wollte ich abnehmen, um attraktiver zu wirken. Oder ich wollte abnehmen, um mehr Energie und Motivation für Sport, Wandern und ähnliches zu haben. Inzwischen finde ich mich selber attraktiv und da ich verheiratet bin, muss ich auch nicht mehr sexier werden (sagt das aber bloss meinem Mann nicht haha). Auch mache ich unabhängig von meinem Gewicht gerne Sport und meine Ausdauer ist eigentlich auch in Ordnung.

Letztes Jahr habe ich mich im Februar dazu entschieden, abzunehmen. Einfach so. Nicht, weil ich gesünder werden wollte, nicht weil ich attraktiver werden wollte, sondern wirklich einfach so. Eines Morgens dachte ich: Jetzt werde ich abnehmen. Und dann habe ich es getan. Nicht ohne Hilfe natürlich (dazu später mehr) aber erst dann hat es plötzlich funktioniert.

Warum scheint das Abnehmen dieses Mal offenbar zu funktionieren?

Der einfachste Weg, etwas zu tun, ist «es einfach zu tun». Das klingt zwar platt, aber es ist so eine Sache mit der Motivation. Sich selber zu sagen «du musst das tun, weil…» hilft natürlich am Anfang zum Dranbleiben. Aber Zwänge stehen immer auf wackligen Solen. Vor allem dann, wenn sie von einem selbst kommen. Die nötige mentale Stärke ist enorm und gerade bei Menschen wie mir, wo die Nahrungsaufnahme einer Sucht gleicht, gewinnt dann schnell wieder das Fleisch. Auch Angst ist effektiv. Gerade in einer herzinfarkt-, diabetes- und seit Neuestem Krebs- und Schlaganfallgeplagten Familie sollte doch die Angst davor zu einem Umsteuern animieren.

Leider ist das aber nicht so. Denn obwohl beide Möglichkeiten einen eine Zeit lang am Ball bleiben lässt, fehlt eines: echte Motivation. Durch solch negative Assoziationen kann keine Motivation entstehen. Was mir letztendlich Motivation verschaffte war, dass ich aufhörte, abnehmen zu müssen, sondern begann, es zu wollen. Ich hörte auch auf, es zu begründen. Mein Ziel war das Abnehmen quasi als Hobby zu betrachten. Ohne Verpflichtungen aber mit Lust es zu tun.

Motivation ist zwar meines erachtens der wichtigste Faktor, aber das reichte in meinem Fall noch nicht. Als ich letztes Jahr mit Metabolic Balance begann, sagte mir die Ernähungsberaterin: „Das schlechteste, was du tun kannst, ist jeden Tag auf die Waage zu stehen.“ Das Gewicht sei so schwankend, dass tägliches auf die Waage stehen nur zu Depressionen führen würde. Sie sprach somit unisono mit den meisten Menschen die ich kenne. Alle haben immer gesagt, ich sollte nur 1 Mal pro Woche auf die Waage stehen. Aus Lust auf eine Statistik bin ich dann aber doch jeden Tag auf die Waage gestanden.

Ich würde lügen, wenn ich sagte, es hätte mir nicht ab und zu den Tag versaut. Wenn man das Gefühl hat, alles richtig gemacht zu haben und dann doch über Nacht 200 Gramm zugenommen hat. Gerade diese Woche ist das übrigens auch wieder passiert. Ich hatte quasi nichts gegessen den ganzen Tag und als ich am Abend nach Hause kam, war ich schwerer als am Morgen. Dass das von meinem übermässigen Wasserkonsum kommen könnte, blendete mein selbstzerstörerisches Ich natürlich gekonnt aus. Ich weiss nicht, ob dies für alle Menschen anwendbar ist (wahrscheinlich eher nicht), aber mich spornt genau das an. Dieser Frust ist keiner, den man sich glücklich futtern kann, auch wenn Gedanken wie „du bist ja eh schon zu schwer, iss Schoggi“ aufkommen.

Ich empfinde es als interessant, wie gegensätzlich der vorgerige Absatz zu dem über Motivation steht. Warum bleibe ich motiviert, es zu tun, selbst wenn ich mir selber meine Misserfolge vorhalte? Jeden Tag auf die Waage zu stehen und sich ab und zu danach schlecht zu fühlen ist doch auch eine negative Assoziation, oder? Klar, aber man kann Negatives nicht einfach ausblenden, ich mache ja keinen Lichtundliebeschönwetteresoterikkurs. Was man aber tun kann, ist das Negative in Relation stellen. Ist es wirklich so schlimm, wenn ich plötzlich ein Kilo zugenommen habe? Nein, davon geht weder die Waage kaputt noch die Welt unter. Also akzeptieren dass es so ist und versuchen etwas daraus zu lernen. Ich gebe aber zu, dass dieses Akzeptieren kein einfacher Prozess ist. Zum Glück kann ich in solchen Situationen meinen Mann volllabern oder vollheulen und danach anfauchen, sollte er mir Schokolade zum Trost anbieten.

Das heisst also, dass es für mich zum Einen wichtig ist, positiv motiviert zu sein. Zum andern will ich aber auch ein bisschen die Competition mit mir selber und mich selbst mit Misserfolgen anspornen. Womöglich klingt das Widersprüchlich, aber wahrscheinlich geht es – wie so oft im Leben – um eine gesunde Mischung.

Inwiefern hilft mir Bubbleteatrinken?

Es wird bestimmt einige interessieren, mit welchen Mitteln ich abgenommen habe. Motivation ist schön und gut, aber wie soll man an was dran bleiben, das man nicht weiss.

Als ich letztes Jahr entschied, abzunehmen, besass ich noch ein Fitnessabo und das Fitnesscenter pries Metabolic Balance als eine supertolle Möglichkeit an. Wie man mich kennt, habe ich mich darüber informiert. Ich habe vorwiegend schlechtes Gelesen und Aussagen wie «man geht davon aus, dass die Leute abnehmen, weil es so teuer ist». Trotzdem faszinierte mich dieses System irgendwie. Metabolic Balance funktioniert folgendermassen:

  1. Man gibt erst Mal eine Unsumme an Geld aus
  2. Dann wird Blut entnommen und analysiert
  3. Aufgrund der Blutanalyse wird berechnet, welche Nahrungsmittel zum eigenen Metabolismus passen, und welche nicht.

Aufgrund dieser Analyse wurden mir dann Zitrusfrüchte, Tomaten und andere, leckere Dinge quasi verboten. Dafür wurden Pumpernickel, Artischocken, Schafskäse, Papayas und andere tolle Nahrungsmittel als «supi» für meinen Körper bewertet.

Auch wenn das alles in keiner Weise wissenschaftlich fundiert ist, fühlt es sich doch irgendwie so an.

Zu diesen berechneten Nahrungsmitteln gesellen sich dann noch einige Regeln. Ich persönlich halte diese für den wichtigsten Teil von Metabolic Balance und habe sie bereits vor einigen Monaten hier geposted im Artikel «Ich hatte 20kg abgenommen»:

Wie man sieht, steht in dieser Liste nirgendwo etwas von Bubbletea trinken. Natürlich nicht, denn Bubbleteas sind Kohlenhydratbomben, sie sind zuckrig und milchig und wer weiss, womöglich mischen sie auch noch Eiweisse. Aber ewig auf Zucker zu verzichten macht vor allem eines: Unzufrieden. Aus diesem Grund gewähre ich mir nach einer guten Woche (oder manchmal auch schon nach einem guten Tag 😉 ) ab und zu einen Bubbletea zum Abendessen. Wie bei Slimfast, Herbalife oder ähnlichen Produkten ersetze ich dann einfach eine Mahlzeit mit diesem Getränk. Im Gegensatz zu diesen anderen Abnehmprodukten ist aber ein Bubbletea (oder ein Java Chip Chocolate Frappuccino oder ein feines Glace) aber wirklich lecker und ein Produkt nach meiner Wahl. Ja, diese Dinge sind Kalorienschleudern und man ist am Tag danach nicht leichter, aber wenigstens fühlt man sich zwischenzeitlich wie ein normaler Mensch und kann ein bisschen fröhlicher sein.

Daran habe ich mich nun 3 Monate lang gehalten und in dieser Zeit erneut 15 kg verloren. Schade ist, dass ich seit Sommer letztes Jahr wieder 10 zugenommen hatte. Hätte ich das nicht, wäre ich jetzt bei 80 kg. Aber wir wollen uns ja nicht mit dem Negativen aufhalten. Insgesamt habe ich nun seit letztem Jahr 25 kg abgenommen. Das ist eine ordentliche Leistung und es geht hoffentlich weiter so.

An dieser Stelle will ich mich auch noch bei einigen Leuten bedanken, ohne die das nicht funktioniert hätte. An erster Stelle bei meinem Ehemann, der mich und meine schrecklichen, gewichtsabhängigen Launen die letzten Monate (und auch schon letztes Jahr) immer geduldig mitgemacht hat. Ich war ziemlich oft ein schreckliches Biest. Dann einen riesen Dank an meine Arbeitskollegen mit denen ich fast jeden Mittag verbringe und die es inzwischen akzeptieren, dass ich keinen Kebab mit ihnen essen gehe und die mir auch nichts mehr von ihrem essen anbieten. Und natürlich auch an alle meine anderen Freunde, die irgendwie unter meinen seltsamen Essgewohnheiten leiden.

Auch einen grossen Dank an euch, liebe Leser, die einen so langen Text von mir durchgehalten haben. Ich hoffe es hat euch einigermassen interessiert und kaum gelangweilt.

Bis bald, der spindeldürre (gut, das war jetzt ETWAS übertrieben) Pfoff

2 Kommentare

Kommentar verfassen