30. Januar 2014 um 12:45 Uhr

In love mit Phrasenmäher

Manchmal glaube ich doch fast wieder an Schicksal. Ziemlich oft ist dies der Fall, wenn ich durch Zufall auf neue Medien aufmerksam werde. Seien es Filme, Bücher oder Bands. Bei Letzteren sind zwei französische Interpreten meine Lieblingsbeispiele: Camille und Pierre Lapointe habe ich beide durch «Teil vom Lied zufällig gehört und dann angestrengt den Text zu merken versucht» kennengelernt und dank überraschend ausreichenden Französischkenntnissen auch per Google gefunden.

Bei Phrasenmäher war das etwas einfacher. Ich schaltete auf den TV-Sender joiz, hörte leicht amüsiert, wie sie über Fade-Outs in Songs sangen und das Lied dann ohne ebensolchen beendeten. Ich lachte innerlich. Zurück im Studio schaltete ich zwar gleich weiter, hörte aber noch, wie die Moderatorin von einer 90-Minuten-Version des Liedes sprach.

Im Normalfall vergesse ich solche Dinge ziemlich schnell wieder. Aber wie bei INCEPTION war etwas in meine Gedanken gepflanzt worden: Ein 90-Minuten-Song? Das klang interessant. Die nächsten 60 Minuten hörte ich mir dann ununterbrochen «zwei Jahre in … zwei Jahre out … zwei Jahre in … zwei Jahre out» an. Dann ging ich schlafen (haha) und hörte mir das letzte Drittel am nächsten Morgen auf dem Arbeitsweg an. Erst dann las ich übrigens, dass das ein Weltrekord ist. Ich dachte ursprünglich, dass die einfach Lust auf schier endloses Gereime hatten.

Als der Song endlich fertig war, war ich (wie dieser Tweet beweist) begeistert aber sicher, dass ich mir dieses Lied NIE WIEDER anhören würde. Die catchy Melodie war etwas zu catchy und so oft wiederholt schon fast nervig. Die Lyrics wiederholten sich, abgesehen von «zwei Jahre in … out», die ganzen 90 Minuten aber nie. Das fand ich ziemlich beeindruckend. Der Song hat somit weit mehr Text als die meisten 90-Minuten-Spielfilme. Ich fand den Inhalt dieses monströsen Liedes übrigens auch sehr unterhaltsam und  musste lautes Herauslachen im Zug mehr als nur einmal unterdrücken.

Was tat ich dann? Eigentlich wollte ich die restliche Zugfahrt J.J.Abrams‘ Buch weiterlesen. Aber es war erneut eine INCEPTION passiert. Auf youtube fand ich eine Zusammenfassung des aktuellen Albums «9 Hits, 3 Evergreens»:

Zuerst «lalalalalalaladygaga», dann schmeisst er das Handy an die Wand. Beim Reim «…so nicht» hatten sie mich eigentlich schon. Aber ich wollte sicher sein und hörte die vergleichsweise kurzen 6 Minuten durch. Mit jedem Song – selbst «zwei Jahre in» – wurde der Kaufentscheid klarere Sache. Ein Anti-Sommer-Song? Grossartig! Kaum war das Video fertig, war das Album gekauft.

Ich liebe übrigens den Titel des Albums und auch das Artwork.

9 Hits, 3 Evergreens

Nach einmal durchhören hatte jeder Song bereits alle fünf iTunes-Sternchen erhalten. Das habe ich selten. Nur Imogen Heaps Album Ellipse und beide Marina and the Diamonds Alben haben 5 Sterne auf jedem Lied. Darum wusste ich auch: Das muss weitererzählen.

Habt ihr auch schon von Phrasenmäher gehört? Wie findet ihr das so?

Cheerio, Pfoffie.

TL;DR: Am End ist alles Geschmackssache. Ich persönlich finde Phrasenmäher aber eine enorm originelle und unterhaltende Band, die es verdient hat, im Gespräch zu sein. Das Album kann man hier testhören.

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