12. Dezember 2012 um 13:12 Uhr, 1 Kommentar

Erwachsensein ist Einstellungssache

Heute vor 6 Jahren habe ich mit diesem Blog begonnen. Beim durchschauen ist mir aufgefallen, wie stark ich, meine Meinungen und Ansichten sich verändert haben. Ich habe zwar das Gefühl, dass ich noch immer derselbe bin. Wenn ich aber meine früheren Einträge lese… oh my god …fällt es mir schwer, mich noch immer damit zu identifizieren. Dies hat mich an ein Thema, eine Frage erinnert, die mir immer mal wieder im Kopf herumschwirrt: Wann ist man erwachsen?

Ich kann mich erinnern, wie ich darauf wartete, mich erwachsen zu fühlen. Ich erwartete wohl, mich plötzlich vollkommen anders zu fühlen, zu verhalten. Doch das passierte einfach nicht. Ich blieb kindisch, chaotisch, wirr und so.

Das liess die Frage aufkeimen, ab welchem alter die Welt von mir erwarten würde, erwachsen zu sein. Oder zumindest so zu tun. Was war überhaupt die Definition von Erwachsensein? «Professionell» wirken? Distanziert freundlich sein? Leuten im gleichen Alter mit «Sie» anzusprechen? Das alles klang für mich eher nach «Spiesser» als nach Erwachsenem. Ich kenne jedoch Leute, die sich genau so verhalten, um erwachsen zu wirken. Und das mit Erfolg, auch wenn ich persönlich mit dieser Art nicht umgehen mag.

Das wirft die Frage auf, ob das «offizielle» Erwachsensein nichts anderes ist, als sich in das Muster einzupassen, dass der Standarderwachsene (Spiesser) vorgibt. Ein Muster, das kaum eine Daseinsberechtigung hat. Sollte dem so sein, stehen meine Chancen schlecht.

Vielleicht gibt es aber ein «physikalisches» Erwachsensein, das mit den gesellschaftlichen Erwartungen nichts zu tun hat. Wie könnte dies definiert werden? Unhabhängigkeit, selbständige Überlebensfähigkeit? Bewusstsein über die Welt, in der man lebt? Ist es nicht wichtiger, die Gefahren und Chancen seiner Umwelt zu kennen, als professionell zu wirken? Manch einer möge hier einwerfen, dass wir in einer Welt ohne Gefahren leben. Aber ist das wirklich wahr?

Womöglich geht es beim Erwachsensein auch einfach um das Gefühl, irgendwo angekommen zu sein. Aus den vielen wirren Zielen, die man mal hatte, wenige aber klare zu machen. Zu wissen, was man will. Stagnation? Etwas erreicht oder eine Familie gegründet zu haben. Wer weiss.

Ich gehe davon aus, dass all dies der Wahrheit entsprechen könnte. Aber auch, dass wir wohl an das erwachsene Gefühl und Verhalten eine falsche Erwartungshaltung haben. Wie ich im Titel gesagt habe, denke ich Erwachsensein ist eine Einstellungsache. Jeder kann für sich entscheiden und definieren, was es bedeutet, ein Erwachsener zu sein. Sei es nun verspielt und unabhängig oder doch lieber professionell wirkend.

Und das Alter? Oh nein, das Alter hat damit wirklich gar nichts zu tun.

In diesem Sinne entscheide ich mich dazu, ab jetzt erwachsen zu sein.

Ich wünsche euch einen schönen 12.12.12.

Ein Gedanke zu „Erwachsensein ist Einstellungssache“

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