9. März 2011 um 9:00 Uhr, 7 Kommentare

Asche auf dein Haupt, Fasnächtler!

Erneut war es auch dies‘ Jahr wieder soweit: Die wilden waren wieder los und haben die Fasnacht gefeiert. Und – dank supertoller, extrem zentraler Lage – konnte ich wieder erkennen, wie sehr ich diese Tradition doch hasse. Heuer habe ich mir jedoch trotzdem vorgenommen, mich von meiner tolerantesten Seite zu zeigen. Unter anderem auch, weil mein Stupseli sich schon alleine für ein ganzes Bataillon (übrigens auch genauso lautstark) darüber aufregt.

Da ich aber, wie jedes Jahr, von der Fasnächtler-Front keinerlei Verständnis (auch bekannt als Toleranz) für meinen Hass zu spüren bekommen habe, fühle ich mich gezwungen, mir meine eigenen Gedanken zu machen.

Pfoffie an der Fasnacht


Es ist interessant aber wenig überraschend, dass ich mir bereits vor zwei Jahren die gleichen Fragen gestellt habe. In meinem Post mit dem Namen «Wer A sagt muss auch B sagen» bin ich bereits im Jahr 2009 darauf eingegangen, wofür Fasnacht überhaupt steht. Wenn ich umherfrage, erhalte ich noch immer «Wir treiben den Winter aus» als Antwort. Bedeutet das, dass die letzten zwei Jahre der weltweiten Aufklärung es nicht geschafft haben, den versoffenen Fasnachts-Nasen zu erklären, worum es bei Ihrer „Tradition“ überhaupt geht? Ganz offensichtlich, ja.

Jetzt also (und ja ich weiss, ich wiederhole mich) zum eigentlichen Sinn der Fasnacht überhaupt. Die Fasnacht ist grundsätzlich ein christlicher Brauch. Es ist nicht so, dass ich einfach mal davon ausgehe, weil alle Bräuche hierzulande christlich sind (Das sind sie nämlich keinesfalls). Nein, meine Aussage ist überraschenderweise sehr einfach nachprüfbar: Auf die Fasnacht folgt unmittelbar die christliche Fastenzeit. In meinem oben erwähnten Post habe ich bereits herausgefunden, dass der «Schmotzige Donnschtig» für einen fettigen Donnerstag steht. Gestern hatten wir den «mardi gras», also den fetten Dienstag auf französisch. Wir können darin erkennen, in der Woche vor dem Fasten geht’s nur darum, sich dafür satt zu fressen. Dann endet die Fasnacht seltsamerweise auch noch am Vorabend des Aschermittwochs, dem ersten Tag der Fastenzeit. Nun könnte man mir natürlich vorwerfen, dass meine Ausführungen nur lose Zufälle sind. Ein bisschen Google, etwas Wikipedia oder eine Seite Brockhaus geben mir aber natürlich recht.

Was lernen wir daraus?

Eigentlich gibt es einige wenige Erkenntnisse, die wir aus diesen Ausführungen schliessen sollten.

  1. Da die Fasnacht eine christliche Tradition ist, sollten auch nur Christen diese feiern dürfen. Mit Christen sind natürlich nicht die gemeint, die christliche Steuern bezahlen aber keine Ahnung von der Johannes Offenbarung haben.
  2. Die Fasnacht ist nicht nur Volksetymologisch mit der Fastenzeit verbunden, danach soll man also – und wenn’s nur der Alkohol ist – abstinent leben.
  3. Der Aschermittwoch ist genauso Tradition wie der Rest der Fasnacht. Geht euch also ein schönes, grauses Aschekreuz auf die Stirn malen. (Wer nicht weiss wo, soll mal in der Kirche nachfragen)

Drei einfache Punkte, an welche ich mich zB halte. Ich bin kein Christ, enthalte mich somit der Fasnacht, dem Fasten und auch dem Aschekreuz. Wer jedoch Pro-Fasnacht ist, sollte auch Pro-Aschekreuz sein. Somit hat jeder, der ab Heute fastet und/oder ein Aschekreuz auf der Stirn trägt, meine höchste Anerkennung verdient und darf nächstes Jahr natürlich wieder gerne und ohne sein Gesicht zu verlieren der Fasnacht frönen. Wer dies nicht tut, ist ein heuchlerischer Schlappschwanz und wird erwiesenermassen in der Hölle schmoren. (Ja, erwiesenermassen).

Leider denke ich, dass echte Christen nicht so Fasnacht feiern, wie echte Fasnächtler. Wenn ich mal sterbe, wird die Hölle so überfüllt sein, dass ich trotz überschwänglichem Schwulsein automatisch in den Himmel befördert werde. Yeah! 🙂

Ein Letztes noch: Ich bin NICHT gegen die Fasnacht, ich bin nur gegen die Verstümmelung von Traditionen zu sinnlosen Parties. Denn ist eine Tradition wirklich noch eine Tradition, wenn man alles leicht unangenehme entfernt hat?

Cheerio, euer Pfoff

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