17. Juli 2009 um 13:32 Uhr, 1 Kommentar

Eine Autorenkrankheit oder einfach ein Psycho?

Nun, mich als Autor, Schriftsteller oder etwas ähnliches zu bezeichnen, grenzt zugegeben an Überheblichkeit. Aber es ist ein erwiesener Fakt, dass ich gerne und oft, viel und manchmal sogar relativ lange schreibe. Und in meinem Leben gibt es das Phänomen, das ich in Zeiten keiner Gedanken beginne, mein Handeln zu kommentieren bzw. zu beschreiben – natürlich nur in Gedanken 🙂 .  Das ist mir schon einige Male aufgefallen und Heute Morgen war es dann schon ziemlich extrem, als ich sogar begann zu beschreiben, dass ich in meinen Gedanken mein Handeln beschrieb.

Einige von euch mag das vielleicht an den Film  Stranger than fiction erinnern. Aber es ist in keiner Weise so, dass ich mich beobachtet oder von jemand anderem kommentiert fühle. Nein, es ist schon so, dass ich ziemlich bewusst selbst Beschreibe, was gerade passiert. Ich formuliere dann alles zwar in der dritten Person, aber schon über mich. Hier ein ungefährer Auszug dessen, was ich mir Heute Morgen gedacht habe:

Er hatte den Bus verlassen und gesehen, dass der Regen aufgehört hatte, vom Himmel zu fallen. Der Weg war überdacht, doch das war in diesem Falle natürlich unwichtig. Durch die Bahnhofshalle schlendernd, beobachtete er die Menschen, die ihm entgegenkamen oder ihn überholten. Er durchschritt die Halle in bequemen und langsamer Art, versuchte nicht phlegmatisch sondern lieber entspannt und zufrieden zu wirken. Er hatte Zeit, genügend Zeit. Sein Anschlussbus fuhr in mehr als fünf Minuten und das so nah, dass nicht die langsamste Schnecke mehr als fünf Minuten dafür brauchen würde.  Er ging auf die Rolltreppe zu und betrat sie. Während der langsamen fahrt nach oben wusste er genau was ihn erwarten würde.

Er steht nun erstaunt auf dem Perron und schaut auf den Platz hinaus, auf welchem sein Bus in zwei Minuten fahren wird. Es ist nicht so, dass er den Bus verpasst hätte oder sich sonst verkalkuliert hätte. Nein, der Grund seines Staunes ist der Regen, der sich in diesen kurzen Augenblicken für ein Comeback enormen Ausmasses entschieden hat.

Interessant wird es dann manchmal, wenn sich aus einem solchen Egokommentar etwas herausschleicht und ein eigenleben beginnt. So sind zum Beispiel die pandemische Kurzgeschichte und Eine Minute entstanden.

Nun die Gretchenfrage:  Ist das normal, wenn man viel, häufig und gern Geschichten schreibt, oder bin ich einfach ein kranker Psychopath?…

haha… wer weiss… vielleicht find‘ ich’s ja irgendwann raus.

Greez Pf

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