26. Februar 2009 um 8:20 Uhr, 4 Kommentare

Wer A sagt muss auch B sagen

So sagt der Volksmund einig und ich gehe davon aus, dass im Zweifelsfall alle meine Bekannten mich darauf aufmerksam machen würden.
Von den Menschen die ich kenne, sind in etwa 60% Fasnächtler. Ich behaupte hier unbewiesen aber nicht grundlos, dass weniger als die Hälfte dieser weiss, wofür der schmotzige Donnerstag und der Güdis Montag gedacht sind. „A de Fasnacht duet mer de Winter uustribe!“ Dies sagen wohl auch mehr als jeder Zweite, wenn man sie nach dem Sinn fragt.
Das auf die Fasnacht unweigerlich die religiöse Fastenzeit folgt, ist zwar einigen klar, wird aber natürlich gekonnt ignoriert, da es ja nicht zur Fasnacht gehört. Oder etwa doch? Schauen wir mal schnell die Bedeutungen der beiden Tage des schmotzigen Donnerstags und des Güdis Montags an. Der schmotzige Donnertstag heisst in den französischen Gebieten Jeudi Gras – Also Donnerstag des Fettes – Dies scheint im ersten Moment etwas vollkommen anderes zu sein. Was hat denn schon Fett mit Dreck zu tun? Nichts, das ist wahr, aber Schmotz ist auch nicht Dreck sondern ein althochdeutsches Wort für Fett. Güdis hingegen auch ein altes Wort, ist aber ein schweizer Dialekt (so weit ich weiss) und bedeutet so viel wie Magen. Wir haben also einen Fett-Tag und einen Magen-Tag. Was könnte das heissen? Woher kommt das?
Tradition – natürlich. So ist es Tradition vor der Fastenzeit die Sau raus zu lassen, beziehungsweise gekocht „rein“ zu lassen. Da diese Zeit gleich auf das Geiser-austreiben passte, verschmolz es. Man feierte Parties und ass, so viel man konnte, in der Woche vor dem Aschermittwoch.
Somit ist es also eine grosse, zusammenhängende Tradition. Bei der man sich vollfressen (und offenbar vollaufen lassen) soll um sich auf die abstinente Fastenzeit vorzubereiten. Das nur der vollfress/vollsauf-Teil mittelfristig überleben wird, spricht mal wieder dafür, was für Wesen wir sind.
Trotzdem meine ich: Wer eine Woche Fasnächtlen kann, kann danach auch Fasten.
Greeez pf

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