4. Juli 2007 um 23:42 Uhr, 2 Kommentare

Entlich: Das Entlein-Epos

Das hässliche Entlein
Es war einmal ein Entlein. Es war anders, anders als die anderen Entlein. Es war dunkel, hässlich und kam aus armen Verhältnissen. Die anderen Entlein machten sich immer lustig über das arme hässliche Entlein. „Mama, die anderen Entlein machen immer Witze über mich!“, weinte es oft.
Auch später wurde es nicht besser und eines Tages nahm das hässliche Entlein Reissaus von Zuhause und machte sich hässlich und allein auf in die grosse, böse Welt.
Eines Morgens wachte die Mutter des hässlichen Entleins auf. Seit ihr Entlein ausgezogen war, war sie eine sehr unglückliche Entenfrau geworden. Doch dann änderte sich alles. Es klopfte an der Tür, die Entenfrau öffnete und wer stand da? Ihr Entlein. Doch es war kein Entlein mehr, es ward ein wunderbarer Schwan geworden. Glücklich, gross und Stark stand ihr Kind vor der Tür und sie gestand ihm, dass sie eine Affäre mit einem Schwan hatte. Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch Heute.
Und die Moral von der Geschicht: Aus Scheisse wird Gedicht.

Das schöne Entlein
Es war einmal ein Entlein. Es war wunderschön und anmutig. Es war mit allen befreundet und auch gut in der Schule. „Mama! Mir geht es soooo gut!“, lachte es häufig.
Mit 16 Jahren (ziemlich alt für ein Entlein) erhielt es ein Angebot für einen Modeljob in Paris, welches es annahm.
Die Eltern des schönen Entleins schwammen im Geld und hatten ihr Kind längst vergessen, als es eines Tages an der Tür klopfte.
Die Mutter öffnete die Tür und erkannte nicht, wen sie vor sich hatte. Ihr Entlein war abgemagert und ausgelaugt, hatte Augenringe und Koksspuren um die Nase.
„Oh mein Goooottt, was ist denn mit dir passiert???!!!“, schrie die Mutter. Das Entlein erzählte ihr alles. Von der Magersucht und dem Dauerstress im Modeljob. Dass es mit 18 schon zu alt für den Job war. Das war aber noch nicht alles. Das Entlein hatte sich auch mit der Vogelgrippe angesteckt.
Und wenn sie nicht schon tot wärn‘, lebten sie noch Heute.
Und die Moral von der Geschicht: Auch Geld und Schönheit helfen nicht.

Die wahren Entlein
Es waren einmal zwei Entlein. Ein wunderschönes, und ein hässliches. Das hässliche wurde von allen gemieden, und das wunderschöne war sehr beliebt. Die beiden waren Geschwister, aber das schöne Entlein mied sein eigenes hässliches Geschwisterlein.
Nach der Schule trennten sich die Wege der beiden und jedes ging seinen eigenen.
Eines Morgens wachte die Mutter der beiden Entlein nicht mehr auf. Sie war tot. Es waren viele Jahre vergangen und die beiden Entlein hatten sich nie wieder getroffen. Sie fragten sich beide, was wohl aus dem anderen geworden war. An der Beerdigung sahen sie sich nach vielen Jahren wieder. Und verändert hatte sich Nichts.
Und wenn sie nicht gestorben sind, ist es Heute noch gleich.
Und die Moral von der Geschicht: Die Moralen von oben, stimmen nicht.

– pfoffie

2 Gedanken zu „Entlich: Das Entlein-Epos“

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